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Parliament / Business / 26.3608

26.3608InterpellationEDIpending

Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung

submitted on 10.06.2026 in the Sommersession 2026First chamber: National CouncilStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (26.08.2026)

UmweltLandwirtschaftGesundheit

The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.

No decision by a chamber or a committee yet.

In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden kürzlich darüber informiert, dass die Bevölkerung in besorgniserregendem Ausmass Cadmium ausgesetzt ist. In der Schweiz belastet dieses krebserregende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Schwermetall auch Lebensmittel, Wasser und Gebrauchsgegenstände; die Antworten der verschiedenen Bundesämter, die von der Fédération romande des consommateurs (FRC) befragt wurden, bestätigen jedoch, dass es an Daten mangelt, um das Ausmass des Problems sachlich zu bewerten.

In der Schweiz wie auch in anderen Ländern ist der Einsatz von Phosphatdüngern der Hauptgrund für den Eintrag von Cadmium in den Boden. Die Schweiz wendet in dieser Hinsicht einen strengen Grenzwert von 50 mg Cadmium pro Kilogramm Phosphat an, während der französische Grenzwert bei 90 mg liegt und die Europäische Union bis zu 170 mg zulässt. Im Jahr 2021 ergab eine Untersuchung des Berner Kantonallabors jedoch, dass jeder sechste in der Schweiz verkaufte Phosphatdünger den Grenzwert überschritt.

Zudem ist der Cadmiumgehalt in Lebensmitteln in der Schweiz die grosse Unbekannte, wenn es um diese Problematik geht. Es gibt keine aktuellen Studien, in denen die Konzentration dieses Schwermetalls in Lebensmitteln gemessen worden wäre. Hersteller rufen regelmässig Produkte zurück, wenn sie eine Nichtkonformität feststellen; diese punktuellen Rückrufe liefern jedoch keine Informationen über das Risiko einer Mehrfachbelastung der Konsumentinnen und Konsumenten («Cocktail-Effekt»).

Aufgrund des Gesagten frage ich den Bundesrat:

• Beabsichtigt er, Massnahmen zu ergreifen, um angesichts des Mangels an Daten über Cadmium in Lebensmitteln Abhilfe zu schaffen? Falls ja, auf welche Weise?

• Wie überwacht der Bundesrat den Cadmiumgehalt in den auf dem Schweizer Markt erhältlichen Phosphatdüngern?

• Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Cadmium ein Gesundheitsrisiko für die Schweizer Bevölkerung darstellt?

• Liegen aktuellere Daten zu einer möglichen Nichtkonformität dieser Düngemittel vor?

• Werden strengere Kontrollen als gesetzlich vorgeschrieben durchgeführt oder sind solche geplant, um die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen?

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1. und 3. In den letzten Jahren wurden mehrere Studien zur Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung veröffentlicht. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) publizierte 2015 die Ergebnisse einer in den Jahren 2010–2012 durchgeführten Untersuchung. Dabei wurde die Cadmiumkonzentration im Urin von 1409 Personen bestimmt. Im Rahmen der Pilotphase der Schweizer Gesundheitsstudie wurden zudem Urinproben von 768 Erwachsenen aus den Jahren 2020/21 analysiert. Die erhobenen Cadmiumkonzentrationen liegen insgesamt unter den in Frankreich gemessenen Werten. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand wurde in diesen beiden Studien kein Gesundheitsrisiko für die allgemeine Bevölkerung festgestellt.

Die vorliegenden Daten weisen zudem darauf hin, dass insbesondere der aktive oder passive Konsum von Tabakrauch einen wesentlichen Einfluss auf die Cadmiumexposition hat.

Die Ergebnisse von Kontrollen und Monitoringprogrammen zeigen, dass die geltenden Höchstwerte der Kontaminantenverordnung (VHK; SR 817.022.15) für Lebensmittel grossmehrheitlich eingehalten werden (vgl. Antwort 5). Der Bundesrat erachtet die Situation in der Schweiz im Zusammenhang mit Cadmium als nicht besorgniserregend. Gleichzeitig ist er der Ansicht, dass die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachtet werden muss.

2. und 4. Für mineralische Dünger mit einem Phosphorgehalt von über 1 % gilt der Grenzwert von 50 mg Cadmium pro kg Phosphor, was 22 mg Cadmium pro kg Phosphat entspricht. Die Kantone kontrollieren, ob die in Verkehr gebrachten und importierten Dünger den Bestimmungen entsprechen. Der Bund koordiniert die Vollzugsaufgaben der Kantone und führt dazu gemeinsam mit ihnen sogenannte Marktkampagnen durch. In den letzten beiden Marktkampagnen lag der Fokus auf mineralischen Düngern. Dabei hat sich zwischen der Kampagne von 2011/2012 und der Kampagne 2019/2020 eine deutliche Verbesserung der Situation in Bezug auf Cadmium gezeigt. Aktuellere Daten liegen dem Bundesrat nicht vor. Eine nächste Marktkampagne befindet sich derzeit in Planung. Dabei wird unter anderem erneut die Einhaltung des Schweizer Cadmiumgrenzwerts überprüft.

5. Der Bund hat in der Vergangenheit mehrere Kampagnen im Lebensmittelbereich durchgeführt, in deren Rahmen Cadmium untersucht wurde. Im Rahmen des Nationalen Fremdstoffuntersuchungsprogramms wurden in den letzten zwei Jahren über 270 Proben analysiert. Keine der Proben überschritt den geltenden Höchstgehalt. Für das laufende Jahr sind rund 220 Proben vorgesehen.

Im Jahr 2024 wurden vom grenztierärztlichen Dienst des BLV 22 Proben erhoben, wovon eine Probe (Krebse) beanstandet und vernichtet wurde. Im Jahr 2025 wurden 15 Proben untersucht. Alle Proben waren hinsichtlich Cadmium konform. Für das laufende Jahr 2026 sind 18 Stichproben geplant.

Das BLV führt zudem in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit sowie den kantonalen Lebensmittelkontrollbehörden jährlich risikobasierte Kontrollprogramme an der schweizerischen Grenze durch. Im Rahmen dieser Programme wurden im Jahr 2019 insgesamt 25 Proben von Proteinpulvern erhoben. Sämtliche Proben entsprachen den rechtlichen Anforderungen in Bezug auf Cadmium. Bei einer Beprobung von 42 Schokoladen im Jahr 2021 wurde bei einer Probe der Cadmiumhöchstgehalt überschritten.

Zusammenfassend zeigen die bisherigen Untersuchungen insgesamt ein hohes Mass an Konformität der auf dem Schweizer Markt angebotenen Lebensmittel.

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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 18.09.2026. Raw data

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