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Parliament / Business / 26.3929

26.3929InterpellationWBFpending

Gibt es für die Schweizer Landwirtschaft einen Weg zwischen konventionellem und Biolandbau?

submitted on 19.06.2026 in the Sommersession 2026First chamber: National CouncilStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (19.08.2026)

UmweltLandwirtschaftGesundheit

The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.

No decision by a chamber or a committee yet.

Im Februar 2026 publizierte das französische Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Lebensmittel und Umwelt INRAE die Ergebnisse einer Studie, die während 10 Jahren untersuchte, ob eine Landwirtschaft ohne Pestizide technisch und wirtschaftlich möglich bzw. produktiv sei.

Verzichtet wurde auf sämtliche Pflanzenschutzmittel, jedoch nicht auf synthetische Mineraldünger, mechanische Bodenbearbeitung oder konventionelles Saatgut.

Die Erträge lagen im Durchschnitt über typischen Bio-Erträgen. Sie waren zum Teil vergleichbar mit oder lagen höher als jene von konventionellen Betrieben. Die Schäden auf Grund von Krankheiten bzw. Schädlingen nahmen über die zehn Jahre nicht zu, trotz Verzichts auf Fungizide, Insektizide und Herbizide.

Die Autorschaft betont, die Erkenntnisse leisteten einen wichtigen Beitrag zur europäischen Diskussion über die Beschleunigung des agroökologischen Wandels. Eine pestizidfreie Landwirtschaft sei möglich, dafür sei aber ein Systemwechsel nötig.

Auf meine Frage 26.7514 nach den wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Studie antwortet der Bundesrat, dass umweltverträglicher Pflanzenschutz schon heute wichtiger Bestandteil der Agrarpolitik sei und listet gegenwärtige und geplante Massnahmen auf.

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Basieren darauf bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

1. Was sind aus seiner Sicht - konkret - die wichtigsten Erkenntnisse aus der 10-Jahres-Studie?

2. Gibt es in der Schweiz vergleichbare Untersuchungen? Wenn ja, welche und zu welchen Schlüssen kommen sie? Wenn nein, warum?

3. Lassen sich aus der Studie konkrete Massnahmen ableiten, um das Ziel eines sicheren und nachhaltigen Pflanzenschutzes zu erreichen? Falls ja, welche sind dies? Falls nein, warum?

4. Verfolgt er die europäischen Diskussionen über die Beschleunigung des agroökologischen Wandels? Wenn ja, wie schätzt er die Entwicklung ein und welche Relevanz hat sie für unsere Land- und Ernährungswirtschaft und wie berücksichtigt er dies in der AP 2030+?

5. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen rund um problematische Stoffe im Boden, Grundwasser, Gewässer, Lebensmitteln und uns Menschen, insbesondere angesichts der hohen TFA-Werte im Grundwasser von Ackerbaugebieten: Für wie dringend hält er die Suche nach Alternativen zur Anwendung von konventionellen Pestiziden in der Landwirtschaft und was tut er konkret, um solche Alternativen voranzubringen?

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1. Wie das INRAE in seiner Medienmitteilung schreibt, zeigen die Ergebnisse dieses Versuchs, dass ein Anbau ohne Pflanzenschutzmittel unter bestimmten Voraussetzungen technisch und wirtschaftlich machbar ist. Dennoch geht aus den Resultaten auch hervor, dass die Erträge im Durchschnitt geringer ausfallen als beim Anbau mit Pflanzenschutzmitteln.

2. Agroscope hat verschiedene Untersuchungen zum Vergleich des biologischen Anbaus, des Anbaus unter Einhaltung der Auflagen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) und des Anbaus ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt. Die Schlussfolgerungen aus diesen Untersuchungen sind vergleichbar mit den Ergebnissen der INRAE-Studie.

3. Anbaumethoden, die vollständig oder teilweise auf den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel verzichten, werden vom Bund bereits unterstützt. Die vom INRAE getesteten Systeme sind mit diesen Anbaumethoden vergleichbar und die Ergebnisse dieser Studie enthalten keine neuen Erkenntnisse, die eine Änderung der in der Schweiz geltenden Bestimmungen rechtfertigen würden.

4. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) auf technischer Ebene. Die Schweiz definiert die Ziele und Massnahmen ihrer Agrarpolitik jedoch unabhängig von denjenigen der EU.

5. Im Mai 2024 hat der Bundesrat den Zwischenbericht zum Aktionsplan Pflanzenschutzmittel verabschiedet. Gemäss diesem Bericht wurden die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verringert. Er weist aber auch darauf hin, dass die Kulturen schlechter vor Schadorganismen geschützt seien. Um die Situation zu verbessern, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine Strategie für einen nachhaltigen Schutz der Kulturen verabschiedet (https://www.blw.admin.ch/de/strategie-nachhaltiger-schutz-der-kulturen). Ziel ist es, die Entwicklung alternativer Methoden für den Schutz der Kulturen zu fördern.

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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 18.09.2026. Raw data

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