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Parliament / Business / 26.3950

26.3950InterpellationWBFpending

Ist es vertretbar, in einem Sektor, der einen Viertel des Produktionswerts der Schweizer Landwirtschaft ausmacht und zahlreiche Arbeitsplätze schafft, derart drastische Kürzungen vorzunehmen?

submitted on 19.06.2026 in the Sommersession 2026First chamber: National CouncilStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (26.08.2026)

StaatspolitikFinanzwesenWissenschaft und ForschungLandwirtschaft

The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.

No decision by a chamber or a committee yet.

Aufgrund verschiedener beschlossener Sparmassnahmen beabsichtigt Agroscope, ab 2027 bei den Personalkosten (58 Vollzeitstellen) sowie bei den Sachkosten Einsparungen vorzunehmen.

Diese Sparmassnahmen haben erhebliche Auswirkungen auf die Institution und das Personal sowie auf die Schweizer Agrar- und Ernährungsforschung.

Das Kompetenzzentrum wird seine Aktivitäten wieder stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren: Forschung zur Primärproduktion und zu Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben und Politikberatung.

Die Forschungsaktivitäten in den Bereichen gesunde Ernährung, neue Lebensmittel und alternative Nischenkulturen werden eingestellt.

Bestimmten Quellen zufolge entsprechen viele Streichungen dem Grundgedanken der neuen Ernährungspyramide: weniger Fleisch und mehr pflanzliche Ernährung.

Entgegen den Ankündigungen in der Medienmitteilung sollen in naher Zukunft ganze strategische Bereiche einfach gestrichen werden:

• Einstellung der Forschung im Bereich Rindfleisch sowie des gesamten Bereichs der Fleischqualitätskontrolle.

• Einstellung der Forschung zur Schweineproduktion sowie des Projekts zum Bau von Stallungen für Schweine in Posieux, obwohl Agroscope derzeit über europaweit einzigartige Infrastrukturen verfügt, die umfassende und praxisrelevante Versuche ermöglichen, insbesondere zur Verbesserung der Produktionseffizienz und zur Optimierung des Ressourceneinsatzes.

• Abbau von 58 Vollzeitstellen, darunter mehrheitlich Forschungsstellen, während die Verwaltungsstellen erhalten bleiben sollen!

Zur Information: Die Fleischbranche macht 27 Prozent des Wertes der Schweizer Agrarproduktion aus, was 3,2 Milliarden Franken entspricht.

Für den Grossverteilhandel beträgt der Umsatz im Fleischbereich rund 15 Milliarden Franken; für die Metzgereien und Fleischfachgeschäfte rund 7 Milliarden Franken

Was die Beschäftigung betrifft, sind rund 24 000 Personen im Verarbeitungssektor tätig, und 40 000 Betriebe in der Schweiz halten Tiere.

Meine Frage an den Bundesrat:

• Ist es vertretbar, in einem Sektor, der einen Viertel des Produktionswerts der Schweizer Landwirtschaft ausmacht und zahlreiche Arbeitsplätze schafft, derart drastische Kürzungen vorzunehmen?

• Warum betreffen die Stellenstreichungen fast ausschliesslich Forschende und nicht das Verwaltungspersonal?

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Zu 1) Die verschiedenen von Bundesrat und Parlament beschlossenen Einsparungen im Eigenbereich zur Einhaltung eines schuldenbremsenkonformen Budgets betreffen auch Agroscope. Konkret wird das ordentliche Jahresbudget bis Ende 2029 im Vergleich zu 2023 um rund 10 Millionen Franken reduziert. Zur Erfüllung dieser Sparvorgaben ist eine Fokussierung des Portfolios auf die Kernaufgaben zur Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis, Grundlagen für agrarpolitische Entscheide sowie Vollzugsaufgaben unumgänglich. Die thematische Umsetzung der Fokussierung folgt agrarpolitischen Grundsatzentscheiden von Bundesrat und Parlament.

Die tierbezogene Forschung von Agroscope orientiert sich unverändert am Grundsatz, dass die landwirtschaftliche Tierhaltung eine wichtige Ernährungsgrundlage ist. Dennoch sind in der tierbezogenen Forschung Einsparungen ebenfalls unvermeidlich. Dies betrifft auch die Schweineforschung. Agroscope gewährleistet jedoch die zur Bearbeitung wichtiger Fragen notwendigen Forschungskompetenzen und -kapazitäten. Zudem erarbeitet Agroscope eine Strategie für die tierbezogene Forschung. Ziel ist die Aufrechterhaltung eines kompetitiven und praxisnahen Portfolios. Dies unter Nutzung von Synergien und Infrastrukturen mit anderen Forschungsinstitutionen und Partnern. Dies gilt für die Rindviehmast und die Schweinehaltung.

Zu 2) Die Supportfunktionen von Agroscope leisten ebenfalls einen Beitrag zu den Sparmassnahmen. In der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sind Kürzungen vorgesehen. Im Finanz- und Personalwesen sind Zentralisierungsmassnahmen auf Bundesebene zur Effizienzsteigerung eingeleitet. Ab 2028 sind bei den Supportfunktionen weitere Einsparungen von mindestens 0,5 Millionen Franken geplant.

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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 18.09.2026. Raw data

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