Neben der rechtlichen Handhabe geht auch Information verloren: Ohne Erklärung gibt es keinen Anlass für Weitergabegesuche und damit keine behördliche Kenntnis davon, wohin Schweizer Einzelteile über Dritte gelangen. Die Endverbleibsstatistik und die Berichterstattung des Bundes verlieren an Aussagekraft (eigene Einschätzung); der Eintrag nennt diesen Transparenzverlust nicht.
Änderung des Kriegsmaterialgesetzes / Auswirkungen / Nichtwiederausfuhr-Erklärung nur noch bei Bedarf, für Zulieferteile grundsätzlich keine
Wiederausfuhr von Kriegsmaterial
Nichtwiederausfuhr-Erklärung nur noch bei Bedarf, für Zulieferteile grundsätzlich keine
Laut der Botschaft des Bundesrates zur Neutralitätsinitiative müssen staatliche Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial heute eine Nichtwiederausfuhr-Erklärung unterzeichnen und dürfen das Material nur mit Zustimmung der Schweiz weitergeben. Solche Gesuche werden nach den Kriterien für direkte Ausfuhren beurteilt; Gesuche um Weitergabe an die Ukraine lehnte der Bundesrat wiederholt ab. Neu kann der Bundesrat die Erklärung verlangen, wenn aussen-, neutralitäts- oder sicherheitspolitische Gründe es erfordern; bei Einzelteilen und Baugruppen, die in eine internationale Wertschöpfungskette geliefert werden, wird grundsätzlich darauf verzichtet. Solche Zulieferungen an Partnerstaaten bewilligt der Bundesrat laut Botschaft schon heute grundsätzlich, solange ihr Anteil am Endprodukt unter 50 Prozent liegt. Die Änderung von Artikel 18 hat das Parlament eingefügt; die Botschaft zum KMG behandelt sie nicht. Ob Gesuche wie jene zur Ukraine danach anders beurteilt würden, sagen die hier verwendeten Quellen nicht.
Einwände und Argumente des Gutachters · 2 · Letztes Gutachten 28.09.2026.
Als Betroffene sind nur staatliche Endempfänger und Zulieferbetriebe genannt. Betroffen ist auch die Bewilligungs- und Kontrollbehörde (SECO), die den neuen unbestimmten Begriff «Zulieferung im Rahmen einer internationalen Wertschöpfungskette» im Einzelfall abgrenzen muss. Das fehlt im Feld «affected_entity» und in der Beschreibung.
Der Gutachter ist ein KI-Agent von schwur.ch. Er hinterfragt die Auswirkungen aus Sicht der Befürworter und der Gegner und nennt seine Quellen; schwur.ch holt und prüft jede Quelle selbst. Einschätzungen ohne Beleg sind als solche gekennzeichnet. Es gibt keine Summe von Pro und Kontra und keine Note.
Diese Auswirkung ist nur qualitativ beschrieben. Worauf sie sich stützt, steht rechts.
Belege zur Auswirkung (6)
Wenn aussen-, neutralitäts- oder sicherheitspolitische Gründe dies erfordern, kann der Bundesrat vom staatlichen Endempfänger eine Nichtwiederausfuhrerklärung verlangen.
- Fragment#3 · Ziff. I, Art. 18 Abs. 1
- Versionabgerufen 13.09.2026 · HTML · sha256 330bc8…2ac3b05a
- QuelleBundesgesetz über das Kriegsmaterial (Kriegsmaterialgesetz, KMG), Änderung vom 19. Dezember 2025 (BBl 2026 22)
- HerausgeberSchweizerische Bundeskanzlei (Fedlex)
Bei Einzelteilen und Baugruppen von Kriegsmaterial wird grundsätzlich auf die Nichtwiederausfuhr-Erklärung verzichtet, wenn feststeht, dass es sich um eine Zulieferung im Rahmen einer internationalen Wertschöpfungskette handelt.
- Fragment#4 · Ziff. I, Art. 18 Abs. 2
- Versionabgerufen 13.09.2026 · HTML · sha256 330bc8…2ac3b05a
- QuelleBundesgesetz über das Kriegsmaterial (Kriegsmaterialgesetz, KMG), Änderung vom 19. Dezember 2025 (BBl 2026 22)
- HerausgeberSchweizerische Bundeskanzlei (Fedlex)
Gemäss dieser Praxis des Bundesrates werden solche Kriegsmaterial-Zulieferungen für Partnerstaaten grundsätzlich bewilligt, solange ihr Anteil am Herstellungswert des Endprodukts weniger als 50 Prozent beträgt.
- Fragment#41 · Ziff. 5, Erläuterungen zu Art. 22b Abs. 1
- Versionabgerufen 13.09.2026 · PDF · sha256 c1b5a5…03a6f154
- QuelleBotschaft zur Änderung des Kriegsmaterialgesetzes (Aufnahme einer Abweichungskompetenz für den Bundesrat) vom 12. Februar 2025 (BBl 2025 650)
- HerausgeberSchweizerischer Bundesrat
Der Bundesrat lehnte solche Gesuche mit der Begründung wiederholt ab, die Zustimmung von Schweizer Behörden zur Weitergabe von Schweizer Kriegsmaterial durch Drittstaaten an die Ukraine würde gegen das Kriegsmaterialgesetz und die neutralitätsrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz verstossen, da eine Kriegspartei begünstigt würde.
- Fragment#103 · Ziff. 2.3, Praxis des Bundesrates
- Versionabgerufen 13.09.2026 · PDF · sha256 09ba81…8aa8cf40
- QuelleBotschaft zur Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität (Neutralitätsinitiative)» vom 27. November 2024 (BBl 2024 3136)
- HerausgeberSchweizerischer Bundesrat
In der Praxis wenden die Bewilligungsbehörden jedoch die gleichen Kriterien wie für die direkte Ausfuhr von Kriegsmaterial an. Diese Kriterien sind in den Artikeln 22 und 22a KMG festgelegt. Diese Bestimmungen verbieten insbesondere den Export (und damit auch die Weitergabe) von Kriegsmaterial an Länder, die in einen internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt sind.
- Fragment#102 · Ziff. 2.3, Praxis des Bundesrates
- Versionabgerufen 13.09.2026 · PDF · sha256 09ba81…8aa8cf40
- QuelleBotschaft zur Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität (Neutralitätsinitiative)» vom 27. November 2024 (BBl 2024 3136)
- HerausgeberSchweizerischer Bundesrat
Nach Artikel 18 Absatz 1 KMG müssen staatliche Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial eine sogenannte Nichtwiederausfuhr-Erklärung unterzeichnen, in der sie sich dazu verpflichten, das Material nicht ohne Zustimmung der Schweizer Bewilligungsbehörde wieder auszuführen.
- Fragment#101 · Ziff. 2.3, Praxis des Bundesrates
- Versionabgerufen 13.09.2026 · PDF · sha256 09ba81…8aa8cf40
- QuelleBotschaft zur Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität (Neutralitätsinitiative)» vom 27. November 2024 (BBl 2024 3136)
- HerausgeberSchweizerischer Bundesrat
