Parliament / Business / 26.4467
Kahlschlag bei den Westschweizer Medien: Kann der Informationsauftrag noch erfüllt werden?
submitted on 01.10.2026 in the Herbstsession 2026First chamber: National CouncilEingereicht (01.10.2026)
Through the chambers
The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.
No decision by a chamber or a committee yet.
Submitted text
Bei den privaten Westschweizer Medien kommt es zu einem Aderlass: Bei «La Liberté» werden 13,5 Stellen gestrichen, «Lausanne Cité» steht vor dem Aus, Ringier beschliesst in der Romandie eine drastische Kürzung um 14 Stellen, davon 6 Journalistenstellen. Gleichzeitig treibt die SRG ihr Sparprogramm, das aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen einseitigen Gebührensenkung umgesetzt werden muss, voran. Es wird unweigerlich zu Qualitätseinbussen bei der Berichterstattung und den Sendungen kommen.
Im März 2026 hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung erneut für einen medialen Service public ausgesprochen. Im Abstimmungskampf erklärte der Bundesrat, dass viele Aufgaben, insbesondere im Bereich der Berichterstattung, sehr gut auch von privaten Medien wahrgenommen werden können. Die privaten Medien jedoch treiben ihren Abbau weiter voran. Und wie so oft ist die Westschweiz als ein relativ kleiner Markt am stärksten davon betroffen. Diese Situation gefährdet die Medienvielfalt und den Zugang zu einer unabhängigen und guten Berichterstattung.
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Reasons
• Wie werden sich die zahlreichen Abbaupläne und Schliessungen, die bei den privaten Medien der Romandie angekündigt sind, auswirken• auf die Arbeitsbedingungen und die Fähigkeit, weiterhin für eine gute Berichterstattung zu sorgen?
• auf Einschränkungen bezüglich des geografischen Gebiets, das von den regionalen Medien abgedeckt wird?
• auf die Ausbildung der Journalistinnen und Journalisten?
• auf die Medienvielfalt in Bezug auf die Anzahl der Zeitungstitel und die Informationsinhalte?
• auf den Zugang für alle zu einer guten Berichterstattung?
• Ab wie vielen Stellen, die abgebaut werden, und wie vielen Medienhäusern, die geschlossen oder fusioniert werden, wird es kritisch• für das gute Funktionieren unserer Institutionen?
• für die Abwehr des Sicherheitsrisikos, das die massive Verbreitung von Falschinformationen, insbesondere durch ausländische Kräfte, darstellt?
• für eine Versorgung der Stimmbevölkerung im Rahmen von Abstimmungen und Wahlen mit korrekten und objektiven Informationen, die alle Standpunkte berücksichtigen?
• Angesichts dieser Entwicklungen müssten die öffentlichen Medien gestärkt werden. Stattdessen wird die SRG zum Sparen gezwungen. Zeugt das von Verantwortungsbewusstsein?
• Wird der im März 2026 zum Ausdruck gebrachte Wählerwille respektiert?
• Wird der Bundesrat in der neuen Konzession der Tatsache Rechnung tragen, dass das Medienangebot in den Regionen der Sprachminderheiten, insbesondere in der Romandie, geschwächt ist?
• Sieht der Bundesrat angesichts dieser neuen Ausgangslage eine Stärkung der Medienförderung vor?
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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 06.11.2026. Raw data
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