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Parliament / Business / 26.4574

26.4574InterpellationEDIpending

Ist eine erneute Zwangspause für erfolgreich behandelte Migränepatientinnen und -patienten nötig?

submitted on 02.10.2026 in the Herbstsession 2026First chamber: National CouncilEingereicht (02.10.2026)

Wissenschaft und ForschungGesundheit

The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.

No decision by a chamber or a committee yet.

• Wie beurteilt der BR die neueren Daten zu den CGRP-Antikörpern, insbesondere hinsichtlich der Folgen eines Absetzversuchs?

• Sind regelmässige Absetzversuche angesichts dieser Daten weiterhin für alle Patient:innen sachgerecht?

• Welche Auswirkungen hätte ein Verzicht auf einen routinemässigen Absetzversuch auf den Behandlungserfolg und die Kosten der Krankenversicherung?

• Könnte die Limitatio dahingehend angepasst werden, dass Patientinnen und Patienten, die nach einem ersten Absetzversuch einen dokumentierten Rückfall erleiden und bei denen die Wirksamkeit nach Wiederaufnahme erneut nachgewiesen ist, von weiteren obligatorischen Absetzversuchen ausgenommen werden?

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Rund eine Million Menschen in der Schweiz leiden an Migräne. Neue Medikamente wie CGRP-Antikörper können bei schwer und chronisch Betroffenen die Zahl der Migränetage deutlich reduzieren. Solche Medikamente sind zwar teurer, doch für Patientinnen und Patienten, die darauf ansprechen, kann der Nutzen erheblich sein, da sich die Einschränkungen im Alltag und Berufsleben deutlich reduzieren können.

Um einen zweckmässigen und wirtschaftlichen Einsatz sicherzustellen, hat das BAG eine Limitatio festgelegt. Die Vergütung setzt unter anderem einen erfolglosen Therapieversuch mit kostengünstigeren Migränetherapien, eine fachärztliche Betreuung durch eine Neurologin oder einen Neurologen sowie eine regelmässige Dokumentation der Wirksamkeit voraus. Bei fehlender Wirksamkeit entfällt die weitere Vergütung. Zudem ist nach 12 bis 18 Monaten ein Absetzversuch vorgesehen. Hintergrund ist unter anderem die Empfehlung der European Headache Federation (EHF) von 2022, nach 12 bis 18 Monaten erfolgreicher Behandlung eine Therapiepause zu erwägen.

Neue Daten aus der paneuropäischen, unkontrollierten Beobachtungsstudie PEARL zu Fremanezumab liefern hierzu zusätzliche Hinweise: Rund 40 % der Patientinnen und Patienten erlitten innerhalb der ersten zwei Monate nach Absetzen eine Verschlechterung der Migräne um mindestens 50 %. Nach Wiederaufnahme der Behandlung war die Wirksamkeit zudem zunächst geringer als während der ersten Behandlungsphase.

Die Daten deuten somit auf ein differenziertes Bild hin: Bei einem erheblichen Teil der Patientinnen und Patienten kann ein Absetzversuch mit einer Verschlechterung verbunden sein. Gleichzeitig scheint bei mehr als der Hälfte ein Absetzen ohne erhebliche Verschlechterung möglich zu sein.

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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 06.11.2026. Raw data

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