Parliament / Business / 26.7663
Fehlende Ausgewogenheit der Ausstellung «Sexarbeit» im Schweizerischen Nationalmuseum
submitted on 14.09.2026 in the Herbstsession 2026First chamber: National CouncilErledigt (21.09.2026)
Through the chambers
The chambers' and committees' decisions, in the Parliamentary Services' words.
- 21.09.2026National CouncilSchriftliche Beantwortung der Frage
Submitted text
Das Museumsgesetz (MSG) verpflichtet das Schweizerische Nationalmuseum zu einer sachlichen, vielfältigen und ausgewogenen Vermittlung gesellschaftlicher Realitäten. Wie beurteilt der Bundesrat die Vereinbarkeit der Ausstellung «Sexarbeit», nachdem offenbar ausschliesslich Perspektiven von Organisationen vertreten werden, die Prostitution als selbstbestimmte «Sexarbeit» betrachten, während Perspektiven von Überlebenden sowie deren Erfahrungen von Gewalt, Zwang und Ausbeutung fehlen?
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The Federal Council's opinion
Gemäss dem gesetzlichen Auftrag (Museums- und Sammlungsgesetz MSG) vermittelt das Schweizerische Nationalmuseum (SNM) Themen zur Schweizer Geschichte. Das SNM ist in der inhaltlichen Umsetzung dieses Auftrags unabhängig.
Im Zentrum des Formats «Erfahrungen Schweiz» stehen Themen der jüngeren Zeitgeschichte und Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Das Format kommt ohne Exponate aus: Eine grossformatige, immersive Projektion lässt Menschen unmittelbar zu Wort kommen und vermittelt ihre persönlichen Erfahrungen.
Der Fokus der aktuellen Installation zum Thema «Sexarbeit» liegt auf der legalen Sexarbeit in der Schweiz und ihrer historischen Entwicklung. Sexarbeit ist in der Schweiz seit 1942 legal und eine gesellschaftliche Realität. Auch die politische Diskussion um ein Sexkaufverbot hat an diesem rechtlichen Status bisher nichts geändert: Eine entsprechende Motion wurde 2022 vom Nationalrat deutlich abgelehnt.
Die Installation gibt keine Positionen von Organisationen oder Interessengruppen wieder. Es kommen elf Menschen zu Wort, die in der legalen Sexarbeit tätig sind oder waren und von ihren individuellen Lebens- und Arbeitsrealitäten berichten. Dabei sind auch Gewalterfahrungen, Zwang, Menschenhandel und Ausbeutung ausdrücklicher Bestandteil der Erzählungen der interviewten Personen.
Die porträtierten Personen sprechen dabei nicht stellvertretend für alle Menschen in der Sexarbeit. Dies entspricht dem Charakter des Formats ebenso wie dem Grundsatz, dass eine Ausstellung oder Installation ein komplexes Thema nicht abschliessend abzubilden vermag.
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Source: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, retrieved 21.09.2026. Raw data
Not an official publication. Names, figures and the texts of the votes appear unchanged, exactly as the Parliamentary Services publish them.
