Parlament / Geschäfte / 26.1031
Wahl der Auszahlungshäufigkeit bei Transaktionen mit der Postfinance Card
eingereicht am 17.06.2026 in der Sommersession 2026Erstrat: NationalratErledigt (19.08.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Die Frage 26.7529 «Festlegung der Häufigkeit von Auszahlungen über Postfinance für Händlerinnen und Händler» drehte sich darum, ob Händlerinnen und Händler die Häufigkeit der Auszahlungen bei Transaktionen mit der Postfinance Card (täglich, wöchentlich oder monatlich) selbst bestimmen können.
Nach Auskunft des Bundesrates in seiner Antwort vom 15. Juni 2026 und gemäss seinen Abklärungen bei der Post bietet Postfinance den Händlerinnen und Händlern eine breite Palette an Produkten mit verschiedenen Auszahlungsmodalitäten an (täglich, wöchentlich oder monatlich).
Allerdings scheint diese Flexibilität nicht allen Händlerinnen und Händlern gewährt zu werden. Wer einen Drittzahlungsanbieter wie Worldline nutzt, erhält die mit einer Postfinance Card getätigten Transaktionen täglich ausbezahlt und kann keine andere Häufigkeit wählen. Ob die Auszahlungen täglich, wöchentlich oder monatlich erfolgen, kann offenbar nur dann selbst festgelegt werden, wenn für alle von der Händlerin oder vom Händler akzeptierten Zahlungsmittel zusammen ein direkt von Postfinance angebotenes Produkt genutzt wird.
1. Können Händlerinnen und Händler, die einen Drittzahlungsanbieter nutzen, die Häufigkeit der Auszahlungen bei Transaktionen mit der Postfinance Card selbst bestimmen?
2. Falls nein: Welche technischen, vertraglichen oder kommerziellen Gründe sprechen dagegen?
3. Ist es nach Auffassung des Bundesrates im Interesse der KMU, dass Händlerinnen und Händler die Häufigkeit der Auszahlungen bei Transaktionen mit der Postfinance Card nur dann selbst bestimmen können, wenn sie für alle von ihnen akzeptierten Zahlungsmittel zusammen das direkt von Postfinance angebotene Produkt nutzen?
Stellungnahme des Bundesrates
Fragen 1, 2
Der Bundesrat verweist auf seine Ausführungen zur Frage 26.7529, wonach er die Post mit der Vorgabe von strategischen Zielen steuert und auf das operative Geschäft der Post sowie ihrer Tochtergesellschaften wie PostFinance grundsätzlich keinen Einfluss nimmt.
Nach Angaben der Post benötigt ein Händler, damit er Kartenzahlungen akzeptieren kann, einen Vertrag mit einem sogenannten Acquirer, welcher die Abwicklung einer Kartenzahlung auf Seite des Händlers ermöglicht. Hierzu gibt es verschiedene Anbieter in der Schweiz. Hat der Händler einen Acquiring-Vertrag mit einem anderen Acquirer als PostFinance (z.B. Worldline) und will er dennoch Zahlungen mit der PostFinance Card ermöglichen, braucht er zusätzlich einen Vertrag mit PostFinance. Unter diesen Voraussetzungen erfolgt die Auszahlung an den Händler für Zahlungen mit der PostFinance Card täglich. Die Auszahlungsfrequenz kann also nicht gewählt werden. Besteht hingegen eine vertragliche Beziehung mit PostFinance als Acquirer, kann unter verschiedenen Auszahlungsfrequenzen gewählt werden.
Frage 3
Der Bundesrat sieht aktuell keine Veranlassung, sich zu diesem Markt zu äussern oder hierzu Vorgaben zu machen.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 18.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
