Parlament / Geschäfte / 26.3675
Sind Photovoltaikanlagen zwischen den Bahngleisen eine Option für die Schweiz?
eingereicht am 17.06.2026 in der Sommersession 2026Erstrat: NationalratStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (19.08.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Für die Energiewende braucht es unter anderem den Ausbau der Photovoltaik. Die Photovoltaik ist umso sinnvoller, je besser es gelingt, dass der Zeitpunkt und der Ort der Energieerzeugung und der Energienutzung zusammenfallen.
Mehrere Unternehmen, insbesondere in der Schweiz, entwickeln Technologien, mit denen die Photovoltaikmodule zwischen den Bahngleisen eingebaut werden können, ohne dass mehr Fläche verbraucht wird und ohne visuell gross aufzufallen.
Die SBB betreibt zur Stromerzeugung bekanntlich eigene Stauseen und nutzt die Energie aus diesen Seen – auch im Sommer – für den Bahnbetrieb. Da ist die Frage berechtigt, ob es nicht sinnvoller wäre, für den Bahnbetrieb im Sommer Solarstrom zu verwenden und einen Teil der Wasserkraftreserve für den Stromverbrauch der Schweiz im Winter zu nutzen.
Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, in dem er den folgenden Fragen nachgeht:
• Wie gross ist das Solarstrompotenzial des Schweizer Schienennetzes?
• Wie viel Strom, der mit den Stauseen der SBB erzeugt wird, könnte zusätzlich zur Deckung des Strombedarfs im Winter genutzt werden?
• Welche gesetzlichen Grundlagen müssten angepasst werden, um die vorgeschlagene Lösung umsetzen zu können?
Stellungnahme des Bundesrates
1. Sowohl das Potential als auch der konkrete Einsatz von Photovoltaik (PV) für den Eigenbedarf im öffentlichen Verkehr sind gut dokumentiert (siehe Leitfaden ESöV2050, Bericht Mo. Storni und Perspektive BAHN 2050 – Studie Kernsatz 8). Die Technologie zur Integration von PV-Modulen in Bahngleise befindet sich hingegen noch in der Entwicklungsphase. Die potenziell negativen Einflüsse auf Sicherheit, Wartungsaufwand, Lebensdauer und die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb werden aktuell in einem ersten Pilotprojekt untersucht. Dabei soll auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie geprüft werden.
2. Die Einspeisung von PV-Energie in das 16.7-Hertz-Bahnstromnetz erfordert spezielle Komponenten, für die es nur einen sehr kleinen Markt gibt. Dies wirkt sich negativ auf die Kosten der Komponenten und somit auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage aus; im Moment liegen keine Erkenntnisse vor, die auf eine langfristig ausreichende, wirtschaftliche Erzeugung von Bahnstrom mit PV-Energie hinweisen. Auch in absehbarer Zukunft ist es wirtschaftlicher, die produzierte PV-Energie direkt vor Ort über das 50-Hertz-Netz zu verwerten.
Gemäss ihrer Energiestrategie will die SBB bis 2030 die Deckung des Bahnstrombedarfs im Winterhalbjahr zu 95% längerfristig absichern und damit unabhängiger vom Strommarkt sein. Sie setzt dabei auf die Intensivierung ihrer Energieeffizienz-Massnahmen, den Ausbau ihrer bestehenden Wasserkraftwerke und die Erschliessung ihrer Flächen für Photovoltaik (Energiestrategie SBB).
3. Die gegenwärtige Rechtslage ermöglicht es den Bahnunternehmen bereits heute, PV-Anlagen sowohl für 16.7 Hertz-Bahnstrom als auch für 50 Hertz-Strom zu erstellen.
Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Antrag des Bundesrates
Ablehnung
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 18.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
