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26.3999PostulatEJPDoffen

Vermeidung der Verschuldung durch "Buy now, pay later"-Angebote

eingereicht am 19.06.2026 in der Sommersession 2026Erstrat: NationalratStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (26.08.2026)

WirtschaftFinanzwesen

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt darzulegen, wie er das Verschuldungsrisiko durch Buy Now, Pay Later-Angebote im Onlinehandel einschätzt und mit welchen Massnahmen diesem Risiko begegnet werden kann.

“Buy now, pay later” (BNPL) ist eine relativ neue Fintech-Innovation, mit der Konsumentinnen und Konsumenten Waren sofort zu erhalten, die Bezahlung aber auf später zu verschieben, entweder in Raten oder als Einmalzahlung nach einer bestimmten Frist (oft 30 Tage). Es fungiert als eine Art Kurzzeitkredit.

Marktbeobachter rechnen in den nächsten Jahren mit einem jährlichen Anstieg von rund 10 Prozent. Bezogen auf die Schweiz könnte das BNPL-Volumen laut dem Schweizer Handelsverband in den nächsten fünf Jahren auf 3 bis 4 Milliarden Franken steigen. Konsumentinnen und Konsumenten sind durch BNPL mit höheren Überziehungsgebühren, Kreditkartenzinsen und Kreditkartenverzugsgebühren konfrontiert, was zu einem erhöhten Verschuldungsrisiko führt.

Darum soll insbesondere geprüft werden,

• inwiefern Konsumentinnen und Konsumenten, welche BNPL-Angebote nutzen, höheren Überziehungsgebühren, Kreditkartenzinsen und Kreditkartenverzugsgebühren und damit einem höheren Verschuldungsrisiko konfrontiert sind.

• ob und inwiefern die Gefahr bei jüngeren Menschen grösser ist.

• ob ein BNPL-Verbot an gewisse Personen, namentlich Jugendliche oder Personen, die Betreibungen aufweisen, eine wirksame Massnahme sein könnte.

• welche gesetzlichen Lücken bestehen und wie diese geschlossen werden können, damit insbesondere eine wirksame Kreditfähigkeitsprüfung bei BNPL-Angeboten garantiert werden kann.

• wie sichergestellt wird, dass Institute die Kreditfähigkeitsprüfung von Konsumentinnen durchführen, die mehrmals hintereinander BNPL-Angebote in Anspruch nehmen und dabei die untere Grenze von CHF 500.00 nach KKG überschreiten?

• wie Anbieter von BNPL-Angeboten in Pflicht genommen werden können, um Präventionsmassnahmen im Bereich der BNPL durchführen zu können.

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Annahme

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 18.09.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.