Parlament / Geschäfte / 26.4029
Barrierefreiheit im Parlamentsgebäude stärken. Akustik und Beleuchtung optimieren
eingereicht am 19.06.2026 in der Sommersession 2026Erstrat: NationalratStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (14.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Geräuschpegel im Parlamentsgebäude ist insbesondere während der Sessionen hoch. Aufgrund der hohen Räume und des sparsamen Einsatzes schallabsorbierender Materialien wird der Schall reflektiert und verstärkt, was die akustische Verständlichkeit teilweise erschwert.
Ebenfalls problematisch ist die unzureichende Beleuchtung im Parlamentsgebäude. Insbesondere die Gänge sowie die Kuppelhalle sind oft nur schwach ausgeleuchtet. Das gedämpfte Licht stellt für viele Besucherinnen und Besucher eine Herausforderung dar, insbesondere für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, die auf eine klare und gleichmässige Ausleuchtung angewiesen sind.
Im Nationalratssaal trägt zudem die bauliche Ausgestaltung – vergleichbar mit einer Konzerthalle – zur akustischen Problematik bei. Auch auf den Tribünen für Gäste und Medienschaffende ist es teilweise anspruchsvoll, den Debatten zu folgen, insbesondere für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen. Die kreisförmige Rückwand aus Holz verstärkt Publikums- und Hintergrundgeräusche der Ratsmitglieder sowie der Besucherinnen und Besucher. Ein vor über fünfzehn Jahren erstelltes Expertengutachten hat die unzureichende Akustik des Saals bereits aufgezeigt. Seither wurden zwar einzelne Anpassungen vorgenommen, auf weitergehende Sanierungsmassnahmen – insbesondere die akustische Dämpfung des Hohlraums hinter den Sitzreihen an der Rückwand mittels Mineralwolle – wurde jedoch verzichtet.
• Welche Massnahmen zur Verbesserung der Akustik im Nationalratssaal, in der Wandelhalle und in den Kommissionszimmern wurden bereits geprüft, welche davon umgesetzt und auf welche wurde aus welchen Gründen verzichtet?
• Ist die Verwaltungsdelegation bereit, Massnahmen zur Verbesserung der Akustik im Nationalratssaal, in der Wandelhalle sowie in den Kommissionszimmern zu prüfen?
• Welche Massnahmen zur Verbesserung der Beleuchtung im Parlamentsgebäude wurden bereits geprüft, welche davon umgesetzt und auf welche wurde aus welchen Gründen verzichtet?
• Ist die Verwaltungsdelegation bereit, Massnahmen zur Verbesserung der Beleuchtung in den Gängen des Parlamentsgebäudes zu prüfen, um die visuelle Barrierefreiheit zu stärken?
Stellungnahme des Bundesrates
Für Fragen zur Infrastruktur im Parlamentsgebäude ist die Verwaltungsdelegation zuständig. Die Antwort lautet:
Im Rahmen der Gesamtsanierung 2004-2008 wurden im Parlamentsgebäude diverse Massnahmen zur Verbesserung der Raumakustik umgesetzt. Dazu gehören bauliche Anpassungen sowie die Erneuerung der elektroakustischen Anlage und der Einbau einer induktiven Schleife in den Ratssälen, damit Personen mit Hörbeeinträchtigung den Ratsdebatten folgen können. Mit diesen Massnahmen wurde die Sprachverständlichkeit deutlich verbessert.
Das anlässlich der Gesamtsanierung von 2004 bis 2008 realisierte Beleuchtungskonzept entsprach den damaligen technischen Möglichkeiten sowie Normen und orientierte sich an der historischen Raumwirkung. Aufgrund der Architektur war und ist eine gleichmässige Ausleuchtung der Korridore anspruchsvoll.
Die Barrierefreiheit des Bundeshauses wird schrittweise und kontinuierlich verbessert. 2018 wurde die Induktionsschleife in den Ratssälen durch Infrarottechnologie ersetzt, was auch für Hörbehinderte das Empfangen mehrerer Sendesprachen erlaubt. Aufgrund eines Berichts des Schweizer Dachverbands der Selbsthilfe- und Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen (agile.ch) zur Barrierefreiheit des Bundeshauses (9. März 2020) wurde beispielsweise die WC-Signaletik den Anforderungen der SIA 500 angepasst, die Glaswände sowie Türen bei der Galerie des Alpes werden aktuell mit Kontrastreifen oder einer vergleichbaren Kennzeichnung versehen und die Auffindbarkeit der Besucherlifte wird verbessert. Während der Sommersession 2026 wurde im Nationalratssaal zudem eine neue Technologie getestet, welche die kabellose Übertragung von Audiosignalen auf Mobiltelefone, Bluetooth-Kopfhörer und Hörgeräte ermöglicht.
Die Verwaltungsdelegation unterstützt die laufenden Bestrebungen der Parlamentsdienste und des Bundesamtes für Bauten und Logistik, die Barrierefreiheit des Bundeshauses zu verbessern. Dazu gehört auch das Prüfen allfälliger Verbesserungen der Beleuchtung und Akustik im Parlamentsgebäude, insbesondere für Personen mit einer Hör- oder Sehbehinderung.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 18.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
