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26.4184Postulatoffen

Demografische Alterung: Auswirkungen auf Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Zukunftsfähigkeit der Schweiz

eingereicht am 21.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: StänderatEingereicht (21.09.2026)

WirtschaftSoziale FragenBeschäftigung und ArbeitMigrationSozialer SchutzGesundheit

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt, in einem interdepartemental erarbeiteten Bericht die mittel- und langfristigen Auswirkungen der demografischen Alterung auf die Schweiz bis 2040 und 2050 umfassend zu analysieren sowie konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Gestützt auf die Bevölkerungsszenarien des Bundes soll der Bericht insbesondere:

• die demografische Alterung der Schweiz darstellen und international einordnen. Dabei sind insbesondere die Entwicklung der Altersstruktur, der Geburtenentwicklung, des Arbeitskräftepotenzials, des Verhältnisses zwischen Personen im Erwerbsalter und jenen im Rentenalter, der Hochaltrigkeit sowie des altersbedingten Leistungsbedarfs zu berücksichtigen;

• den zusätzlichen Finanzierungsbedarf sowie die daraus resultierenden finanziellen Auswirkungen auf Bund, Kantone, Gemeinden, die Sozial- und Vorsorgewerke, das Gesundheits- und Pflegewesen und private Haushalte aufzeigen;

• die direkten und indirekten Auswirkungen der demografischen Alterung und auf Arbeitsmarkt, Fachkräfteangebot, auf Produktivität, Wirtschaftswachstum, Steuerbasis, Konsum, Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit, Standortattraktivität, Migration und Wohlstand analysieren;

• die Wechselwirkungen und Rückkopplungseffekte zwischen diesen Bereichen sowie deren kumulative Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Schweiz als Gesamtsystem darstellen;

• die Auswirkungen verschiedener Finanzierungsoptionen – insbesondere über Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Krankenkassenprämien und weitere obligatorische Abgaben – auf Haushalte, Unternehmen und die Volkswirtschaft untersuchen und dabei insbesondere die Entwicklung der Gesamtbelastung im Sinne einer erweiterten Fiskalquote sowie deren Auswirkungen auf Konsum, Investitionen, Arbeitsanreize, Standortattraktivität und Wohlstand berücksichtigen;

• anhand eines Status-quo-Szenarios sowie verschiedener Reform- und Entwicklungsszenarien – insbesondere bezüglich Referenzalter, Erwerbsbeteiligung, Migration, Produktivität, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz – die Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand der Schweiz vergleichen.

Die demografische Alterung ist ein globaler Megatrend und gehört zu den zentralen strukturellen Herausforderungen für die Schweiz in den kommenden Jahrzehnten. Steigende Lebenserwartung und tiefe Geburtenraten verändern die Bevölkerungsstruktur nachhaltig und wirken sich auf nahezu alle Bereiche von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft aus. Migration kann diese Entwicklung teilweise abschwächen, die demografische Alterung jedoch nicht aufhalten.

Die demografische Alterung beeinflusst nicht nur einzelne Bereiche, sondern die Funktionsweise von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft insgesamt. Sie betrifft die Finanzierung der Sozial- und Vorsorgewerke sowie des Gesundheits- und Pflegewesens ebenso wie den Arbeitsmarkt, das Fachkräfteangebot, die Produktivität, das Wirtschaftswachstum, die Steuerbasis, die öffentlichen Finanzen, den Konsum, die Investitionen, die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand. Der daraus entstehende zusätzliche Finanzierungs- und Reformbedarf muss jetzt angegangen werden. Höhere Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Krankenkassenprämien oder andere obligatorische beziehungsweise faktisch obligatorische Abgaben können wiederum Kaufkraft, Investitionen, Arbeitsanreize, Standortattraktivität und Wachstum beeinflussen. Gerade diese Wechselwirkungen und Rückkopplungseffekte bestimmen wesentlich, wie sich Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Zukunftsfähigkeit der Schweiz entwickeln werden.

Gerade jetzt ist eine solche Gesamtschau erforderlich. Die geburtenstarken Jahrgänge treten schrittweise aus dem Erwerbsleben aus, während der altersbedingte Finanzierungs- und Leistungsbedarf kontinuierlich zunimmt. Gleichzeitig entfalten finanzierungs- und strukturpolitische Entscheide ihre Wirkung oft erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung. Umso wichtiger ist es, die langfristigen Auswirkungen der demografischen Alterung frühzeitig gesamtheitlich zu analysieren und die mögliche Handlungsoptionen rechtzeitig aufzuzeigen.

Der Bundesrat hat verschiedene Teilaspekte bereits untersucht. Eine integrierte, interdepartementale Gesamtschau der wirtschaftlichen, finanzpolitischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie ihrer Wechselwirkungen fehlt jedoch bislang. Gerade diese Lücke erschwert eine gesamtheitliche Beurteilung der langfristigen Herausforderungen. Insbesondere fehlt eine systematische Analyse, welche die Konsequenzen der demografischen Alterung für die Schweiz als Gesamtsystem darstellt.

Ein interdepartemental erarbeiteter Bericht schafft die notwendige Grundlage, um die langfristigen Herausforderungen gesamtheitlich zu beurteilen, Reformoptionen faktenbasiert miteinander zu vergleichen und die langfristige Tragfähigkeit von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft in der Schweiz frühzeitig zu sichern.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 23.09.2026. Rohdaten

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