Parlament / Geschäfte / 26.4197

26.4197Motionoffen

Wasserschloss Schweiz sichern: Stauseen statt Gletscher?

eingereicht am 22.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (22.09.2026)

UmweltEnergie

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den relevanten Akteuren, die nationale Wassermanagement-Strategie zu erweitern, um das Potenzial der in den nächsten 20 und mehr Jahren eisfrei werdenden Gletschergebieten für Wasser- und Energiespeicherung zu nutzen. Konkret soll die Strategie aufzeigen:

• welche Funktionen von heutigen Gletschern in nächster Zeit verloren gehen, insbesondere beim Ausgleich der abfliessenden Wassermengen und Regulierung von Restwassermengen;

• wie allfällige neue Stauseen einen Beitrag zur Überbrückung sommerlicher Wasserknappheit in Flüssen, Landwirtschaft, Ökosystemen und Trinkwasserversorgung aber auch zum Hochwasserschutz leisten können;

• wie zukünftig gletscherfreie Gebiete sich als Wasser- und Energiespeicher unter Berücksichtigung der geologischen, topografischen und ökologischen Bedingungen eignen und wie das zusätzlichen Speicherpotenzials für die saisonale Energiespeicherung und/oder Pumpspeicherung realisiert werden kann;

• wie die Bewirtschaftung der Stauseen geregelt werden kann, damit die unterschiedlichen Funktionen vergangener Gletscher sowie Schutz und Nutzung der Gletschervorfelder ausgewogen berücksichtigt werden? Z.B. via Konzessionierung resp. auch bei Re-Konzessionierung bestehender Stauseen.

In den letzten 20 Jahren sind rund 40 Prozent des Schweizer Gletschervolumens geschmolzen, allein 2025 rund 3 Prozent. Mit ihrem Rückzug nimmt eine natürliche Speicherfunktion ab, die heute zur Sicherung von Wasserversorgung, Landwirtschaft und Teilen der Stromproduktion beiträgt. Der Bericht zum Postulat 18.3610 (Rieder) sowie die Antwort auf die Interpellation 18.3943 (Semadeni) bestätigen, dass die Gewässer künftig im Sommer deutlich weniger, im Winter mehr Wasser führen werden – am stärksten betroffen sind die heute noch vergletscherten Gebiete. Für die Wasserversorgung in den alpinen Regionen und zur Stärkung der Winterstromkapazitäten könnten Stauseen auf neu entstehenden Gletschervorfelder einen wertvollen Beitrag leisten. Der Bundesrat hat sich bisher nur mit der Nutzung von Stauseen im Rahmen der Energieproduktion beschäftigt und im Bericht zum Po 21.3974 kaum über den Horizont 2050 hinausgeblickt. Es fehlt eine Strategie zum Umgang mit neu entstehenden Gletschervorfelder und potenziellem Nutzen als multifunktionale Stauseen. Der Sommer 2026 zeigt: Handeln ist nötig. Nicht später, jetzt!

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 23.09.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.