Parlament / Geschäfte / 26.4234
Nationale Zahlen zur Obdachlosigkeit und Prävention von Wohnungsverlust
eingereicht am 23.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (23.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
• Welche aktuellen Zahlen und Schätzungen liegen dem Bund zur Obdachlosigkeit und zum drohenden Wohnungsverlust in der Schweiz vor?
• Wie beurteilt der Bundesrat die heutige Datenlage und deren Aussagekraft?
• Ist der Bundesrat bereit, gemeinsam mit dem Bundesamt für Statistik und den Kantonen eine regelmässige nationale Erhebung zu Obdachlosigkeit und drohendem Wohnungsverlust zu prüfen?
• Welche bestehenden Datenquellen, etwa zu Mietzinsausständen, Kündigungen und Wohnungsverlusten, könnten dafür genutzt, miteinander verknüpft oder weiterentwickelt werden?
• Wie könnten solche Daten genutzt werden, um gefährdete Personen früher zu erreichen und Wohnungsverlust möglichst zu verhindern?
• Wie müsste eine nationale Erhebung ausgestaltet sein, damit ihre Ergebnisse über die Zeit vergleichbar und mit europäischen Statistiken kompatibel sind?
Begründung
In der Schweiz fehlen bis heute verlässliche und regelmässig erhobene nationale Zahlen zur Obdachlosigkeit. Zwar bestehen verschiedene Studien und Schätzungen, doch beruhen diese teilweise auf unterschiedlichen Definitionen und Erhebungsmethoden. Damit fehlt eine wichtige Grundlage, um das Ausmass und die Entwicklung der Obdachlosigkeit zu beurteilen und frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren.
Obdachlosigkeit beginnt zudem nicht erst mit der ersten Nacht auf der Strasse. Dem Verlust der eigenen Wohnung geht häufig eine längere Phase voraus: finanzielle Schwierigkeiten, Mietzinsausstände, eine Kündigung, persönliche Krisen oder das Fehlen einer bezahlbaren Anschlusslösung. Menschen können nach einem Wohnungsverlust auch vorübergehend bei Bekannten oder Freunden unterkommen, ohne in den gängigen Statistiken als obdachlos erfasst zu werden. Gerade aus Sicht der Prävention ist deshalb relevant, wie viele Menschen ihre Wohnung verlieren, unmittelbar davon bedroht sind und welche Entwicklungen sich dabei abzeichnen.
Verlässliche und vergleichbare Daten könnten Bund, Kantonen und Gemeinden helfen, Unterstützungsangebote früher und gezielter einzusetzen. Sie könnten zudem Hinweise auf den Bedarf an Beratung, finanzieller Unterstützung, Notschlafstellen, bezahlbarem Wohnraum und weiteren präventiven Massnahmen liefern. Eine nationale Erhebung könnte darüber hinaus einen Vergleich mit europäischen Statistiken ermöglichen.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 24.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
