Parlament / Geschäfte / 26.4235
Kultur macht stark
eingereicht am 23.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (23.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Vor dem Hintergrund der in der UNICEF Report Card aufgezeigten Bildungsungleichheiten soll geprüft und berichtet werden, ob und wie ein vergleichbares, national koordiniertes Förderprogramm auch in der Schweiz zur Verringerung sozial bedingter Bildungsunterschiede beitragen könnte. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwiefern kulturelle Bildungsangebote als ergänzendes Instrument benachteiligte Kinder und Jugendliche bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit besser erreichen und ihre Bildungs- und Teilhabechancen nachhaltig verbessern können.
Begründung
Der Einfluss des familiären und sozialen Umfelds auf die Bildungschancen von Kindern ist in der Schweiz nach wie vor beträchtlich. Dies zeigt die aktuelle UNICEF Report Card 20, die die Situation von Kindern in wohlhabenden Ländern untersucht. Zwar schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich insgesamt gut ab, dennoch bestehen deutliche Unterschiede im Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von ihrem sozioökonomischen Hintergrund. Die familiäre Herkunft beeinflusst somit weiterhin die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten junger Menschen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Massnahmen Bildungsungleichheiten wirksam reduzieren und allen Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft vergleichbare Entwicklungschancen ermöglichen können. Ein Beispiel bietet Deutschland mit dem seit 2013 bestehenden Bundesprogramm «Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung» des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es fördert ausserschulische kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in benachteiligten Lebens- und Wohnlagen. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse werden Projekte unterstützt, die den Zugang zu kultureller Bildung erleichtern und Bildungsnachteile abbauen sollen.
Die Angebote richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen, mangelnder familiärer Unterstützung oder begrenzter Zugänge selten mit kulturellen Institutionen wie Museen, Bibliotheken, Theatern oder Musikschulen in Kontakt kommen. Durch kulturelle Bildungsprojekte sammeln sie neue Erfahrungen, entwickeln kreative Kompetenzen und stärken ihre gesellschaftliche Teilhabe. Wissenschaftliche Evaluationen weisen auf eine positive Wirkung hin und zeigen, dass kulturelle Bildungsangebote einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit leisten können.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 24.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
