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Femizide im Alter: Erreichen Prävention und Opferhilfe ältere Frauen?
eingereicht am 29.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (29.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
• Wie beurteilt der Bundesrat die Erkenntnisse zu Femiziden im Alter und sieht er daraus spezifischen Handlungsbedarf?
• Wie werden geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide an älteren Frauen im Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter berücksichtigt?
• Wie wird sichergestellt, dass Massnahmen gegen Gewalt im Alter mit der Prävention häuslicher, sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt koordiniert werden?
• Welche Angebote bestehen für ältere Paare, die aufgrund von Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Überforderung oder drohendem Verlust der Partnerin bzw. des Partners in eine existenzielle Krise geraten und sich mit einem gemeinsamen Lebensende auseinandersetzen? Sieht der Bundesrat Lücken bei Beratung, Entlastung, Palliative Care und Suizidprävention?
• Welche Rolle sollen Hausärzt:innen, Spitex sowie Pflege- und Betreuungsorganisationen bei der Früherkennung von Gewalt, Überforderung und Eskalationsrisiken übernehmen? Sind Sensibilisierungs- oder Weiterbildungsangebote vorgesehen?
• Verfügt der Bund über genügend Daten, um Gewalt gegen ältere Frauen und Tötungsdelikte in Paarbeziehungen nach Alter, Geschlecht und Risikofaktoren zu beobachten? Sind Verbesserungen vorgesehen?
Begründung
Neue Auswertungen des Swiss Homicide Monitor zeigen eine bislang wenig beachtete Dimension von Femiziden in der Schweiz: Bei Tötungsdelikten innerhalb von Partnerschaften ist der Anteil von Täter:innen oder Opfern ab 65 Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig unterscheiden sich diese Fälle teilweise von jenen bei jüngeren Paaren. Ältere Täter waren zuvor deutlich seltener polizeilich bekannt; vorgängige körperliche Gewalt oder Drohungen sind in den Akten ebenfalls seltener dokumentiert. Mehr als die Hälfte der älteren Täter nimmt sich nach der Tat selbst das Leben.
Gleichzeitig werden bestehende Unterstützungsangebote von älteren Gewaltbetroffenen nur wenig genutzt. 2025 waren lediglich 3,6 Prozent der Personen, die eine kantonale Opferhilfe aufsuchten, älter als 64 Jahre. Fachpersonen weisen deshalb darauf hin, dass Prävention und Früherkennung verstärkt auch das Umfeld sowie Fachpersonen aus Medizin, Pflege und Betreuung einbeziehen müssen.
Der Bundesrat hat 2026 ein Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter verabschiedet. Vor diesem Hintergrund wird er gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
