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26.4342InterpellationEDIoffen

ADHS und ASS: Wird der Einfluss der Bildschirmnutzung bei Diagnosen genügend berücksichtigt

eingereicht am 30.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (30.09.2026)

Soziale FragenMedien und KommunikationGesundheit

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

• Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen zum Zusammenhang zwischen intensiver Bildschirmnutzung und Symptomen von ADHS oder ASS?

• Gibt es Hinweise darauf, dass Auswirkungen intensiver Bildschirmnutzung mit ADHS oder ASS verwechselt werden und dadurch Fehldiagnosen begünstigt werden können?

• Wird bei ADHS- und ASS-Abklärungen systematisch erfasst, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche mit digitalen Medien verbringen und wann die Auffälligkeiten erstmals aufgetreten sind?

• Berücksichtigen die in der Schweiz angewendeten diagnostischen Leitlinien die Bildschirm- und Mediennutzung als möglichen Einflussfaktor ausreichend?

• Wie haben sich Bildschirmnutzung sowie ADHS- und ASS-Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 10 bis 15 Jahren entwickelt? Gibt es Daten, mit denen ein möglicher Zusammenhang untersucht werden kann?

• Welche Rolle spielen Elternarbeit und Prävention? Werden Eltern ausreichend informiert und unterstützt, um problematischen Medienkonsum früh zu erkennen und Veränderungen im Alltag vorzunehmen?

• Besteht Forschungsbedarf, um besser zwischen einer neuroentwicklungsbedingten Störung und Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit intensiver Mediennutzung unterscheiden zu können?

• Hält der Bundesrat Anpassungen bei der diagnostischen Praxis oder bei Empfehlungen an Fachpersonen für angezeigt?

Die Nutzung von Smartphones, Tablets, Computern und Spielkonsolen hat im Alltag von Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Gleichzeitig werden immer häufiger Diagnosen im Bereich der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gestellt.

Intensive Bildschirmnutzung kann mit Schlafproblemen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen, Impulsivität oder sozialem Rückzug einhergehen. Einzelne dieser Verhaltensweisen können sich mit Symptomen von ADHS oder ASS überschneiden. Es stellt sich deshalb die Frage, ob bei diagnostischen Abklärungen ausreichend zwischen einer neuroentwicklungsbedingten Störung und Auffälligkeiten unterschieden wird, die durch intensive Mediennutzung oder damit verbundene Faktoren entstehen oder verstärkt werden.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.