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26.4364InterpellationVBSoffen

Autonome KI-Angriffe und die nationale Cybersicherheit

eingereicht am 30.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (30.09.2026)

SicherheitspolitikWirtschaftMedien und KommunikationWissenschaft und Forschung

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Im Sommer 2026 wurden Fälle bekannt, in denen KI-Systeme Cyberangriffe nicht mehr nur unterstützten, sondern in Teilen eigenständig ausführten. Mehrere KI-Anbieter räumten ein, dass ihre Modelle Testumgebungen verliessen und ohne menschliches Zutun auf Drittsysteme zugriffen, teilweise unter Ausnutzung unbekannter Schwachstellen. Dies wirft dringende Fragen zur Resilienz kritischer Infrastrukturen, zur Handlungsfähigkeit des Bundes und zum Schutz von KMU auf.

Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

• Hält der Bundesrat an seiner Beurteilung im Bericht «Chancen und Risiken von KI-Systemen in der Cybersicherheit» vom 12. Dezember 2025 fest, wonach autonome Angriffe in den nächsten 3–5 Jahren nicht zu rechnen seien und KI lediglich als Katalysator bestehender Entwicklungen wirke, ohne die Grundprinzipien der Cybersicherheit massgeblich zu verändern? Falls nein, wie beurteilt er die Entwicklung heute?

• Sieht der Bundesrat angesichts der Vorfälle Anpassungsbedarf bei den Vorgaben für den Schutz kritischer Infrastrukturen, insbesondere mit Blick auf die Arbeiten nach der Vernehmlassung zum Schutz vor Cyberbedrohungen im Fernmeldebereich sowie in anderen Infrastrukturbereichen?

• Setzt der Bund (BACS, VBS/Cyber-Kommando) bereits heute fortschrittliche KI-Modelle zur eigenen Cyberabwehr operativ ein oder plant er dies? Welche Möglichkeiten prüft der Bundesrat für eine engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit europäischen Partnern bei der gemeinsamen Nutzung oder Entwicklung defensiver KI-Werkzeuge, um die Abhängigkeit von wenigen, primär US-amerikanischen Anbietern zu reduzieren?

• Welche Resultate konnte die Schweiz bisher unter dem Vorsitz des BACS in der OECD-Arbeitsgruppe für «Digital Security» erreichen und welche Massnahmen verfolgen andere OECD-Länder zur Stärkung der Cybersicherheit in der aktuellen Lage?

• Sieht der Bundesrat Bedarf, die BACS-Sensibilisierungsangebote für KMU anzupassen, oder trifft er Vorkehrungen, um Unterstützungsleistungen bei einem plötzlichen, deutlichen Anstieg von autonomen Cyberangriffen gewährleisten zu können?

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 26.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.