Parlament / Geschäfte / 26.4511

26.4511InterpellationWBFoffen

Zukunft der Schweizer Weinbauforschung: regionale Verankerung und Transparenz

eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)

StaatspolitikWissenschaft und ForschungBeschäftigung und ArbeitLandwirtschaft

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Bis 2029 wird Agroscope 58 Vollzeitstellen (VZÄ) abbauen und das ordentliche Budget um rund 10 Millionen Franken pro Jahr reduzieren. Am 16. Juni 2026 kündigte Agroscope an, die Mittel für die Forschung in den Bereichen Weinbau, Sortenversuche, Pflanzenschutz sowie Önologie und Weinanalytik zu kürzen und die Tätigkeit an den Standorten Changins und Pully stärker zu zentralisieren, insbesondere zulasten des Standorts Wädenswil. Auch in Conthey und in der italienischen Schweiz zeichnen sich offenbar Kürzungen ab. Damit steht die regionale Verankerung der gesamten Schweizer Weinbauforschung auf dem Spiel. Die Produktionsbedingungen unterscheiden sich von einer Weinbauregion zur anderen erheblich: Klima, Topografie, Wasser, Rebsorten sowie Krankheits- und Schädlingsdruck. Die Branche ist sowohl auf zentralisiertes Fachwissen als auch auf regionale Versuche angewiesen.

Um die Kriterien der Umstrukturierung nachvollziehen zu können, muss der Prozess möglichst transparent sein. Ein im Juli gemäss Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ) eingereichtes Gesuch zu den Entscheidungsgrundlagen dieser Umstrukturierung war Ende September jedoch noch immer hängig.

Ich bitte den Bundesrat daher, folgende Fragen zu beantworten:

• Wie viele VZÄ und wie viele finanzielle Mittel standen der Forschung im Bereich Weinbau und Önologie im Jahr 2016 zur Verfügung, wie hoch sind die entsprechenden Ressourcen heute und welche Ressourcen sind für 2029 vorgesehen? Wie sind diese auf die Standorte (Changins, Pully, Conthey, Wädenswil, italienische Schweiz) verteilt?

• Welche Stellen und Tätigkeiten werden an den einzelnen Standorten gestrichen, verlagert oder zentralisiert? Sind weitere Kürzungen geplant, insbesondere in Conthey oder in der italienischen Schweiz?

• Welche Forschungs-, Versuchs-, Analyse- und Wissenstransferaktivitäten werden auch künftig vor Ort in den Weinbauregionen durchgeführt? Wie wird sichergestellt, dass die Forschung ausreichend regional verankert bleibt?

• Nach welchen Kriterien verteilt Agroscope die Ressourcen (Rebfläche, Produktionsstruktur, Klima, Risiken im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutz, Sprachregionen usw.)? Welche Folgenabschätzungen und Risikoanalysen wurden durchgeführt, insbesondere in den Bereichen Pflanzenschutz, Klimaanpassung und Wettbewerbsfähigkeit?

• Wann wurden diese Massnahmen geplant und beschlossen (am 20. Mai 2026 schien der Bundesrat jegliche Änderungen in Wädenswil noch auszuschliessen, die Massnahmen wurden jedoch bereits am 16. Juni 2026 bekannt gegeben)?

• Wann ist mit einer Antwort auf das Gesuch gemäss BGÖ zu rechnen?

• Ist der Bundesrat bereit, eine kritische Masse an Forschung, Versuchen und Wissenstransfer sicherzustellen, damit die Forschungsqualität in den wichtigsten Weinbauregionen gewährleistet bleibt?

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 29.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.