Parlament / Geschäfte / 26.4688
Volkswirtschaftliche Kosten des Hitzesommers 2026 und Folgen für den Wirtschaftsstandort Schweiz
eingereicht am 02.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (02.10.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, die angekündigte Analyse der Auswirkungen des Hitzesommers 2026 um die volkswirtschaftlichen Kosten inkl. Standort- und Investitionsrisiken zu ergänzen oder diese Fragen in einem separaten Bericht zu behandeln. Dabei soll er darlegen:
• Wie hoch die hitzebedingten Einbussen bei Arbeitsproduktivität und Leistungsfähigkeit unter Einbezug und Plausibilisierung bestehender Schätzungen sind, und wie sie sich auf Wertschöpfung und BIP auswirken;
• Welche Wirtschaftssektoren, Regionen / Gemeinden wie stark betroffen waren;
• Wie sich Hitze auf die öffentlichen Haushalte (Mindereinnahmen und Mehrausgaben) von Bund, Kantonen und Gemeinden auswirkt;
• Wie die zunehmende Hitzebelastung auf Standortqualität, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsentscheide von Unternehmen und Städten wirkt;
• In welchem Verhältnis die erforderlichen Anpassungsinvestitionen zu den vermiedenen volkswirtschaftlichen Folgekosten stehen und welche Massnahmen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen;
• Welche Daten aktuell fehlen und wie die Erhebung hitzebedingter Kosten standardisiert werden kann.
Begründung
Hitze ist zu einem Kostenfaktor der Schweizer Volkswirtschaft geworden. Für die wirtschaftspolitische Einordnung und die Priorisierung von Anpassungsmassnahmen fehlen Grundlagen. Es fehlen belastbare Zahlen zu Produktivitätsverlusten, zur sektoralen und regionalen Betroffenheit, zu den Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte und zu den Standortwirkungen (inkl. Bildungsinstitutionen) und damit an Grundlage für eine effiziente Mittelallokation.
Der Bund stufte die hitzebedingte Beeinträchtigung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit als sehr grosses Risiko ein. Eine im Auftrag des Städteverbands erstellte Studie schätzt die hitzebedingten Arbeitsproduktivitätsverluste des Sommers 2026 auf 2'088 Mio Fr. Eine Risikometrik projiziert für 2030 bis 2035 einen Verlust von 7,32% der Wirtschaftsleistung durch Hitze, Hochwasser, Starkregen, Wind und Trockenheit, mit bestehender Anpassungskapazität 5,31%. Auf ein jährliches BIP von 850 Mrd. Fr. übertragen sind das 62 beziehungsweise 45 Mrd. Fr. Die Differenz ist der volkswirtschaftliche Ertrag der Anpassung.
Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden ist eine belastbare Datengrundlage Voraussetzung für den gezielten Einsatz öffentlicher wie privater Investitionen und für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 29.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
