Parlament / Geschäfte / 26.7655
Krankenkassenprämien: Fass ohne Boden - Ursachenbekämpfung!
eingereicht am 14.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratErledigt (21.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
- 21.09.2026NationalratSchriftliche Beantwortung der Frage
Eingereichter Text
Die Krankenkassenprämien kennen nur eine Richtung: Nach oben. In wenigen Wochen wird die Prämiensteigerung fürs kommende Jahr 2027 kommuniziert. Sie dürfte um 5 Prozent steigen; innerhalb von 12 Jahren könnten sie sich damit verdoppeln. Ursachenbekämpfung: Könnte das Wachstum nicht gebremst oder die Prämien sogar reduziert werden, wenn nur noch die Grossrisiken wie Operationen und teure Therapien versichert würden?
Stellungnahme des Bundesrates
Im Rahmen der OKP werden nur Leistungen übernommen, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Die vorgeschlagene Abgrenzung von Grossrisiken und teuren Therapien zu anderen Therapien und Behandlungen ist praktisch schwierig und dürfte oft nur durch eine medizinische Abklärung möglich sein. Die Folge davon wären erhöhte administrative Aufwände für die Leistungserbringer und Versicherer. Anfänglich geringfügige Gesundheitsprobleme können sich ohne ärztliche Behandlung rasch zu ernsthaften, komplizierten Erkrankungen entwickeln. Die Verschleppung medizinischer Versorgung führt damit auf lange Sicht zu Mehrkosten, denn eine frühe medizinische Versorgung ist günstiger als die Behandlung schwerer Folgeschäden.
Auch dem Verhältnis zwischen Arzt und Patient, das den Leistungsbedarf bestimmt, sollte man vertrauen. Die kranken Personen müssten ihre Leistungen aus eigener Tasche bezahlen, wenn diese nicht im eingeschränkten Katalog enthalten sind. Eine solche Einschränkung des Leistungskatalogs stellt einen unzulässigen Eingriff in die Solidarität zwischen gesunden und kranken Menschen und eine grosse Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.09.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
