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26.3770InterpellationUVEKoffen

Staukosten legen die Wirtschaft lahm

eingereicht am 18.06.2026 in der Sommersession 2026Erstrat: NationalratStellungnahme zum Vorstoss liegt vor (02.09.2026)

WirtschaftFinanzwesenVerkehr

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Die Schweizer Stausituation hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendlern und das Gewerbe spitzen sich stetig zu. Die letzte Schätzung des Bundesamt für Statistik (BFS) veranschlagte die volkwirtschaftlichen Schäden auf jährlich über 3 Milliarden Franken.

Doch seit 2019 sind die Staustunden allein auf den Nationalstrassen um 84 Prozent auf jährlich 55'600 Stunden angestiegen. Da Staukosten mutmasslich überproportionale Schäden hervorwirken, sind die Auswirkungen auf Schweizer und Schweizerinnen und die hiesige Wirtschaft massiv.

Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

• Wie hoch sind die aktuellen Staustunden?

• Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Schäden des heutigen Stauniveaus?

• Was ist die Prognose der Entwicklung des Staus und dessen Schäden?

• Was sind die volkswirtschaftlichen Schäden des unterbliebenen Nationalstrassenausbaus (STEP 2023)?

• Werden diesen Auswirkungen im «Verkehr ’45» genügend Rechnung getragen?

Quellen

ARE (2022) Staus auf Schweizer Strassen verursachen Kosten von über 3 Milliarden Franken. news.admin.ch/de/nsb?id=90575

auto-schweiz (2024) Bypass für verstopfte Verkehrsadern. https://www.auto.swiss/verkehr/bypass-fuer-verstopfte-verkehrsadern/

BFS (2025) Stau und Zeitverluste. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/mobilitaet-verkehr/verkehrsinfrastruktur-fahrzeuge/schweiz-strassenverkehrszaehlung/stau.html

Der Bundesrat hat vom starken Wachstum der Staustunden mit Besorgnis Kenntnis genommen. Ein leistungsfähiges Nationalstrassennetz ist für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft von grosser Bedeutung. Zunehmende Staus führen dazu, dass die Nationalstrassen ihre Funktion als Rückgrat des Schweizer Strassennetzes nur noch erschwert wahrnehmen können.

Ebenfalls weist der Bundesrat einleitend darauf hin, dass aus den erfassten Staustunden auf den Nationalstrassen keine direkten Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zeitverlustkosten gezogen werden können. Die beiden Grössen beruhen auf unterschiedlichen Erhebungs- und Berechnungsmethoden.

Die Messgrösse «Staustunden» gibt an, während wie vieler Stunden pro Jahr der Verkehr auf dem Nationalstrassennetz staute oder stockte. Sie gibt keine Auskunft darüber, wie weit er sich räumlich ausdehnte oder wie viele Fahrzeuge davon betroffen waren. Die Staustunden basieren auf den erfassten Verkehrsmeldungen (vgl. www.astra.admin.ch > Themen > Nationalstrasse > Verkehrsfluss und Stauaufkommen > Verkehrsflussbericht).

Der Zeitverlust entspricht der Differenz zwischen der Fahrzeit bei Stau und der Fahrzeit bei freiem Verkehrsfluss. Für die Berechnung der Zeitverlustkosten werden die ermittelten Zeitverluste mit festgelegten Kostensätzen bewertet (vgl. www.are.admin.ch > Mobilität > Publikation > Kosten der Überlastung der Transportinfrastruktur).

Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:

• Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) weist für 2025 auf dem Nationalstrassennetz 68'040 Staustunden aus.

• Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) beziffert die Zeitverlustkosten für das Jahr 2023 auf rund 2,85 Milliarden Franken auf dem gesamten Schweizer Strassennetz.

• Der Verkehr auf den Schweizer Strassen wird gemäss Verkehrsperspektiven des Bundes bis 2050 weiter zunehmen. Damit ist auch von einem weiteren Anstieg von Staus infolge von Verkehrsüberlastungen hinsichtlich Dauer und räumlicher Ausdehnung auszugehen. Das ASTRA rechnet gemäss neustem Netzscreening damit, dass im Jahr 2050 auf mehr als 350 Kilometern Nationalstrassen täglich während mehrerer Stunden Stau und stockender Verkehr auftreten werden. Die systematischen Engpässe führen nicht nur zu Reisezeitverlusten, sondern gefährden die Rolle des Nationalstrassennetzes als Rückgrat der Mobilität auf der Strasse. Dies hat auch eine Zunahme des Ausweichverkehrs zur Folge. Die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten, insbesondere aufgrund von Zeitverlusten im Personen- und Güterverkehr, dürften entsprechend ebenfalls zunehmen.

• Gemäss Berechnungen des ASTRA hätte der Ausbauschritt 2023 mit seinen sechs Erweiterungsprojekten auf dem Nationalstrassennetz einen volkswirtschaftlichen Netto-Nutzen (Nutzen abzüglich der Kosten) von insgesamt rund 290 Millionen Franken pro Betriebsjahr generiert. Der überwiegende Teil davon wäre auf Reisezeitgewinne für die Verkehrsteilnehmenden zurückzuführen gewesen.

• Das Strategische Entwicklungsprogramm Nationalstrassen basiert unter anderem auf einem umfassenden Netzscreening. Dieses zeigt auf, auf welchen Abschnitten des Nationalstrassennetzes bis 2050 mit Kapazitätsproblemen zu rechnen ist. Gestützt darauf priorisiert die vom Bundesrat präsentierte Vorlage «Verkehr ’45» jene Projekte, die mit den verfügbaren finanziellen Mitteln den grössten Beitrag zur langfristigen Funktionsfähigkeit des Nationalstrassennetzes leisten. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Projekte wird dabei umfassend mitberücksichtigt.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 18.09.2026. Rohdaten

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