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Netzanschlüsse beschleunigen: Flexibilität vor Netzausbau

eingereicht am 30.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (30.09.2026)

WirtschaftEnergie

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass Anschlussgesuche für Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Ladeinfrastrukturen und andere flexible Anlagen durch die Verteilnetzbetreiber (VNB) in allen Kantonen rasch, transparent und diskriminierungsfrei behandelt werden.

Die VNB sind insbesondere zu verpflichten:

• Gesuche innert verbindlicher Fristen zu beurteilen und transparent über Anschlussmöglichkeiten, Massnahmen, Kosten und Realisierungsfristen zu informieren;

• verfügbare Netzkapazitäten für neue Anschlüsse in geeigneter räumlicher Auflösung transparent zu publizieren;

• bei Anschlussgesuchen neben dem konventionellen Anschluss eine rasch realisierbare flexible Anschlussvariante anzubieten, sofern diese technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu gehören zeitlich begrenzte, steuerbare oder dynamische Bezugs- und Einspeiseleistungen (z.B. mittels sog. Flexible Connection Agreements FCAs);

• bei Schnellladestationen auf geeignete Alternativstandorte hinzuweisen, wenn dort ein wesentlich rascherer oder kostengünstigerer Anschluss möglich ist.

Anschlussbedingungen und Kosten sind transparent auszugestalten; die ElCom beaufsichtigt die Einhaltung und erhält zielgerichtete und wirksame Instrumente dazu.

PV, Batteriespeicher und Elektromobilität führen zu mehr Anschlussgesuchen. Deren Bearbeitung und Realisierung dauert teilweise mehrere Jahre; Verfahren, Kosten und verfügbare Netzkapazitäten sind oft wenig transparent. Unterschiedliche Bedingungen der VNB erschweren Investitionen zusätzlich.

Gleichzeitig wird häufig von einer jederzeit verfügbaren Maximalleistung ausgegangen. Das löst Netzausbauten aus, obwohl Netzkapazitäten mit intelligentem Last- und Energiemanagement besser genutzt werden könnten. Schnellladestationen benötigen ihre Maximalleistung nicht während 8760 Stunden im Jahr. Batterien können Engpässe vermeiden; bei Überbauungen können PV, Speicher und Ladeinfrastruktur gemeinsam gesteuert und die Leistung am Netzanschlusspunkt begrenzt werden.

Die EU geht bereits diesen Weg: VNB müssen verfügbare Anschlusskapazitäten räumlich transparent ausweisen und bei Netzengpässen flexible Netzanschlüsse ermöglichen. Das beschleunigt Anschlüsse, senkt Kosten und kann unnötige Netzausbauten vermeiden oder verzögern.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.