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Wasserknappheit: Wer sichert das Wasser für die Natur?
eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
• Wie stellt der Bundesrat sicher, dass bei Wasserknappheit neben den Bedürfnissen der Landwirtschaft, der Trinkwasserversorgung und der Stromproduktion, auch genügend Wasser für funktionsfähige Gewässer- und Landökosysteme verbleibt?
• Wie stellt der Bundesrat bei der Erarbeitung einer nationalen Wassermanagement-Strategie sicher, dass der ökologische Wasserbedarf von Flüssen, Bächen, Seen, Quellen und grundwasserabhängigen Lebensräumen ermittelt und bei der Verteilung knapper Wasserressourcen berücksichtigt werden?
• Nach welchen Kriterien soll bei ausgeprägter Trockenheit zwischen Wasserentnahmen und den Bedürfnissen der Gewässerökosysteme abgewogen werden? Wie wird insbesondere sichergestellt, dass Fische, Krebse und andere Wasserlebewesen ausreichend Wasser und geeignete Rückzugsräume behalten? Was sind die gesetzlichen Grundlagen?
• Sieht der Bundesrat angesichts des Klimawandels Handlungsbedarf, um den Wasserbedarf der Natur bei zukünftigen Nutzungskonflikten stärker zu sichern? Wenn ja, welche Massnahmen prüft er?
Begründung
In Trockenperioden steigt der Bedarf für die Bewässerung in der Landwirtschaft und gleichzeitig muss die Trinkwasserversorgung gesichert werden. Auch die Stromproduktion ist auf Wasser angewiesen. Dabei darf ein entscheidender Anspruch nicht vergessen gehen: Auch die Natur braucht Wasser. Flüsse, Bäche, Seen, Quellen und Grundwasser sind nicht nur Wasserressourcen, sondern Lebensräume. Fische, Krebse, Wasserinsekten und zahlreiche weitere Organismen sind darauf angewiesen, dass genügend Wasser in ausreichender Qualität vorhanden ist.
Die Problematik ist bekannt. Mit dem Postulat 18.3610 «Wasserversorgungssicherheit und Wassermanagement – Grundlagenbericht» wurde eine umfassende Betrachtung der Wasserversorgung und der verschiedenen Nutzungsansprüche verlangt. Der Bericht formulierte konkret das Ziel, die Resilienz der Gewässerökosysteme zu erhöhen. Mit dem Postulat 20.3429 «Integrales Wassermanagement für die Schweiz» wurde die Forderung nach einem sektorübergreifenden Umgang mit der Ressource Wasser weitergeführt. Bereits die Interpellationen 14.4172 und 22.4235 thematisierten die Notwendigkeit eines vorausschauenden Wassermanagements. Bevor Wasser verteilt wird, muss auch geklärt und gesichert sein, wie viel Wasser die Gewässer selbst benötigen, damit sie als Lebensräume funktionieren.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 29.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
