Parlament / Geschäfte / 26.4421
Zentrale Stelle für berufliche Neuorientierung
eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, eine zentrale und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattete Struktur für die berufliche Neuorientierung und Weiterbeschäftigung von Bundesangestellten sicherzustellen. Dazu sollen insbesondere bestehende Strukturen wie die Personal- und Sozialberatung (PSB) weiterentwickelt und gestärkt werden. Die zentrale Unterstützung soll die HR-Stellen entlasten und die bundesweite interne Mobilität fördern.
Begründung
Die Bundesverwaltung steht vor grossen Veränderungen. Sparprogramme, Digitalisierung, Automatisierung und Reorganisationen führen dazu, dass Aufgaben verändert oder abgebaut werden und Stellen wegfallen.
Der Bund verfügt bereits über Instrumente und Fachstellen zur Unterstützung seiner Mitarbeitenden. Die PSB sowie die HR-Stellen der Departemente und Verwaltungseinheiten leisten dabei wichtige Arbeit. Angesichts umfangreicher und teilweise gleichzeitig stattfindender Veränderungsprozesse braucht es jedoch eine stärkere zentrale Koordination mit ausreichenden Ressourcen. Die bestehenden HR-Strukturen sollen dabei nicht ersetzt, sondern gezielt unterstützt und entlastet werden.
Die Beanspruchung bestehender Strukturen nimmt bereits zu. 2025 führte die PSB 1'430 Dossiers und stellte eine stark gestiegene Komplexität der Fälle fest. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den aufwendigen Case Management: Die Zahl der aktiven Fälle stieg innert eines Jahres um 24 Prozent auf 314 (2023: 205 Fälle).
Hinzu kommt die Altersstruktur der Bundesverwaltung. Von Stellenabbau sind vermehrt langjährige und ältere Mitarbeitende betroffen, teilweise in spezialisierten Funktionen/ Monopolberufen, deren Qualifikationen ausserhalb der Bundesverwaltung nicht unmittelbar nachgefragt werden. Gleichzeitig bestehen nur sehr beschränkte Möglichkeiten einer Frühpensionierung.
Umso wichtiger ist eine zentrale Auffangstruktur, die berufliche Perspektiven entwickelt und über Departements- und Ämtergrenzen hinweg Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten erschliesst. Als Orientierung kann das frühere SBB-Modell NOA («Neuorientierung und Arbeit») dienen.
Es geht nicht um neue Parallelstrukturen, sondern darum, Bestehendes gezielt weiterzuentwickeln und mit den notwendigen Ressourcen auszustatten. So können Mitarbeitende professionell begleitet, die HR-Stellen entlastet und Betroffene professionell unterstützt werden.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 28.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
