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PFAS-Belastung des Menschen ernst nehmen: Blutuntersuchungen für exponierte Personen

eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)

UmweltGesundheit

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen rechtlichen Grundlagen zu schaffen, damit Personen mit Wohnsitz in der Schweiz bei begründetem Verdacht auf eine erhöhte PFAS-Exposition Anspruch auf eine kostenlose PFAS-Blutuntersuchung haben.

• Ein solcher Anspruch besteht insbesondere für Menschen in Gemeinden und Regionen, wo Kantone und Wasserversorger erhöhte PFAS-Belastungen in Trinkwasser, Lebensmitteln, Fischen, Böden oder Gewässern festgestellt haben und eine gesundheitsrelevante Exposition nicht ausgeschlossen werden kann.

• In Gebieten mit nachgewiesener hoher Exposition sind die betroffenen Personen durch die Kantone proaktiv über die hohe Exposition und die Möglichkeit einer kostenlosen Untersuchung zu informieren.

• Die Resultate dieser Untersuchungen werden schweizweit anonymisiert gesammelt und wissenschaftlich aufgearbeitet.

• Die PFAS Blutuntersuchungen sind analog zu den Untersuchungen von Bodenproben, Fleischproben und Lebensmitteln durch die Kantone zu finanzieren und diese Kosten sind ausserhalb der obligatorischen Krankenkasse zu decken.

PFAS können nicht nur Böden, Gewässer, Trinkwasser und Lebensmittel belasten, sondern sind auch im Blut der Bevölkerung nachweisbar und können die Gesundheit bedrohen. Die Daten der Pilotstudie des BLV mit Humanbiomonitoring zeigen, dass wahrscheinlich gut 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung PFAS Konzentrationen von über 20ng/ml im Blut hat. Das sind Konzentrationen, welche im medizinisch abklärungswürdigen Bereich liegen. Besonders besorgniserregend ist, dass gewisse Personen aufgrund Ernährung, Wohnort oder beruflicher Tätigkeit deutlich stärker exponiert sein können.

Wenn Behörden PFAS in Fischen, Trinkwasser, Lebensmitteln oder Böden feststellen und Verzehrungsempfehlungen oder Nutzungseinschränkungen aussprechen, darf der Staat nicht bei der Untersuchung der Umwelt aufhören. Der Staat trägt eine besondere Verantwortung gegenüber Personen, die aufgrund einer nachgewiesenen Belastung einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sind, durch eine möglicherweise jahrelange PFAS Exposition und erhöhte PFAS-Werte im Körper. Dies gilt es zu klären. Blutuntersuchungen können können deutlich erhöhte Belastungen sichtbar machen und dazu beitragen eine weitere Exposition zu vermeiden, eine medizinische Abklärung und Beratung ermöglichen und wichtige Erkenntnisse für den zukünftigen Schutz der Bevölkerung liefern.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 30.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.