Parlament / Geschäfte / 26.4455
Dooring Unfälle vermeiden und reduzieren durch den "Holländergriff"
eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt Artikel 21 der Verkehrsregelnverordnung (VRV) wie folgt zu ergänzen:
1 Strassenbenützer dürfen durch das Ein- und Aussteigen nicht gefährdet werden; beim Öffnen der Türen ist besonders auf den Verkehr von hinten zu achten. Die Türen des Fahrzeugs sind grundsätzlich mit der entfernten Hand zu öffnen. (neu)
Begründung
Bei sogenannten Dooring-Unfällen werden Fahrradfahrende oder andere Zweiradfahrende von einer unachtsam geöffneten Autotür erfasst. Im Rahmen der Schweizer Studie «Dooring-Fahrradunfälle mit schweren Verletzungsmustern: 10-Jahres-Studie eines Level-1-Traumazentrums» hat sich gezeigt, dass Dooring zu den häufigen Fahrradunfällen zählt. So kam es in der Schweiz in den Jahren 2012 bis 2021 zu 561 Dooring-Unfällen und durchschnittlich zehn schwer und 46 leicht verletzten Fahrradfahrenden pro Jahr. Bezieht man E-Bikes und Motorfahrräder (Mofas) mit ein, kommt man in der Schweiz sogar auf 680 Dooring-Unfälle mit 679 Verletzten. Und die Zahl der Dooring-Unfälle nimmt kontinuierlich zu. Die verunfallten Personen erleiden dabei oft schwere Verletzungen und müssen ambulant in der Notaufnahme von Spitälern oder sogar stationär behandelt werden. Eine einfache aber wirksame Massnahme um Dooring Unfälle zu reduzieren, ist der sogenannte "Holländergriff" durch Autofahrende oder Autoinsassen. Dabei öffnen diese die Autotür mit der entfernten Hand (also die linke Tür mit der rechten Hand - vice versa). Dadurch zwingen diese sich zu einer Oberkörperdrehung und machen automatisch einen Blick über die Schulter in den rückwärtigen Verkehr. Dies kann Unfälle vermeiden. Deshalb soll der "Holländergriff" wie in anderen Ländern, auch in der Schweiz ein Teil der Verkehrserziehung bzw. Fahrausbildung aufgenommen werden soll.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
