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26.4685InterpellationWBFoffen

Die Absatzförderung beim Wein fördert ein gesundheitsschädigendes Verhalten – wann setzt der Bundesrat dem ein Ende?

eingereicht am 02.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (02.10.2026)

WirtschaftLandwirtschaftGesundheit

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Eine im Journal of Studies on Alcohol and Drugs veröffentlichte US-Studie zeigt, dass die gesundheitlichen Risiken von Alkoholkonsum nicht gleichmässig zunehmen, sondern ab einer bestimmten Menge stark ansteigen. Demnach geht bereits ein alkoholisches Getränk pro Tag mit einem erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Tod durch Krankheiten oder Unfälle einher. Über die gesamte Lebensdauer betrachtet ist dieses Risiko mit etwa 1 zu 1000 relativ gering. Deutlich kritischer wird die Situation beim täglichen Konsum von zwei Drinks: Dadurch erhöht sich das Risiko eines alkoholbedingten, vorzeitigen Todes auf 1 zu 25. Alkohol begünstigt laut den Forschenden mehr als 200 verschiedene Krankheiten, darunter mehrere Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Leberschäden. Zudem trägt er wesentlich zu Unfällen bei. Das Fazit der Studie ist eindeutig: Es gibt keine gesundheitlich risikofreie Menge an Alkohol. Mit jedem zusätzlichen Glas steigt das Gesundheitsrisiko überproportional an.

Weil er auf meine Frage 26.7072 antwortet, er wolle den Absatz von Wein unverändert mit jährlich rund CHF 9 Mio. fördern, bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Der Konsum von Alkohol, insbesondere von Wein, hat in der Schweiz offenbar abgenommen, vor allem bei jüngeren Menschen. Aus gesundheitspolitischer Sicht ist der Rückgang des Alkoholkonsum positiv zu beurteilen. Sieht er auch positive Aspekte aus sozial- und wirtschaftspolitischer Sicht?

2. Unterstützt er diesen Trend? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?

3. Während der letzten 25 Jahren: Wann wurde die Absatzförderung von Wein angehoben und um jeweils welche Beträge? Wie viele Steuerfranken gibt der Bund aktuell für die Absatzförderung von Wein aus?

4. Angesichts des zunehmenden Wissens über die vielfältigen negativen Effekte des Alkoholkonsums sowie des abnehmenden Weinkonsums in der Schweiz: Wie genau verändert sich seine Interessenabwägung betreffend die Absatzförderung von Wein? Ist er bereit, diese Abwägung offenzulegen?

5. Nebst negativen Effekten für die Gesundheit hat insbesondere der konventionelle Weinbau auch zahlreiche negative Umwelt- und Klimaeffekte: Ist der Bundesrat bereit, die Absatzförderung von Wein umzulagern und den Konsum auf alternative Erzeugnisse des Rebbaus auszurichten, entlang eines One Health-Ansatzes? Wenn ja, wie und ab wann? Wenn nein, warum nicht?

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 21.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.