Parlament / Geschäfte / 26.4274
Schaffung eines Fonds zur Unterstützung der Landwirtschaft und des Ernährungssystems angesichts der Klimaerwärmung
eingereicht am 28.09.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (28.09.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, der prüft, ob es angebracht und notwendig ist, einen Fonds zu schaffen, damit der Landwirtschaft und dem Ernährungssystem die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um sich an die neue Klimarealität anzupassen und ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dabei wären auch der Umfang eines solchen Fonds, die am besten geeignete Form sowie die damit verbundenen Auswirkungen zu ermitteln.
Begründung
Die Landwirtschaft und das Ernährungssystem müssen sich rasch an den Klimawandel anpassen. Es werden erhebliche finanzielle Mittel erforderlich sein, um die Inlandversorgung sicherzustellen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu begrenzen. Der aktuell geringe finanzpolitische Spielraum und das begrenzte Agrarbudget erlauben es derzeit nicht, diese Herausforderungen zu bewältigen.
Die Schweizer Landwirtschaft ist von der Klimakrise besonders stark betroffen. Zwar verursacht sie zwischen 13 und 16 Prozent der Treibhausgasemissionen und trägt dabei zur Krise bei, zugleich ist sie deren Folgen aber auch in vollem Umfang ausgesetzt. Die Zunahme extremer Wetterereignisse setzt die Landwirtschaft immer stärker unter Druck. Die Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger Ernten oder neuer Krankheiten stellen eine zusätzliche Belastung für diesen Sektor dar, dessen wirtschaftliche Tragbarkeit bereits gefährdet ist.
Es werden finanzielle Mittel benötigt, um Trockenperioden zu bewältigen. Dazu gehören die Entwicklung effizienter Systeme zur Bewässerung und zur Wasserbewirtschaftung, die Schaffung landschaftlicher Strukturelemente zum Schutz des Bodens vor Erosion sowie Schutzmassnahmen gegen Hagel und Spätfrost. Erforderlich sind auch Mittel für Anbaumethoden, die die Speicherung von CO₂ ermöglichen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität fördern. Vorrangig sind zudem die Züchtung robuster, an die veränderten Klimabedingungen angepasster Pflanzensorten und Tierrassen sowie die Entwicklung innovativer Lösungen, um die Ausbreitung von Schädlingen einzudämmen. Den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten des Bundes kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Die Landwirtschaft und das Ernährungssystem müssen gemeinsame Anstrengungen zur Dekarbonisierung unternehmen. Handlungsbedarf besteht bei Gebäuden, Geräten und Maschinen, Betriebsmitteln, Transporten, Lager-, Verarbeitungs- und Vertriebsinfrastrukturen sowie bei den Energiequellen.
Auch die Innovation muss gefördert werden.
Es gilt, die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten zu evaluieren und zu klären, welche Rolle die öffentliche Hand übernehmen soll.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 29.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
