Parlament / Geschäfte / 26.4384
F-35-Beschaffung: Möglichkeiten eines Third Party Transfer bereits bestellter oder gelieferter Kampfjets an Drittstaaten
eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)
Weg durch die Räte
Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.
Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.
Eingereichter Text
• Welche rechtlichen und verfahrenstechnischen Schritte (DSCA, State Department, Lockheed Martin) wären nötig, damit F-35A-Jets im Rahmen eines Third Party Transfer an ein anderes F-35-Partnerland übertragen werden könnten – sowohl bereits bestellte wie bereits gelieferte Maschinen?
• Welche Gespräche wurden bisher mit den USA, der DSCA oder Lockheed Martin zu dieser Option geführt, mit welchem Ergebnis? Falls keine: Bis wann wird dies nachgeholt?
• Der Bundesrat attestiert einer reduzierten Flotte selbst negative Folgen für Leistungserbringung und Durchhaltefähigkeit. Da die F-35 gemäss dokumentierten Einsatzbereitschaftsraten wartungsintensiver ist und dadurch in geringerem Mass gleichzeitig verfügbar ist als andere Kampfflugzeugtypen, wirkt sich eine Reduktion der Stückzahl bei diesem Muster überproportional auf die effektiv einsatzbereite Flotte aus. Mit welchen Massnahmen will der Bundesrat dieser spezifischen Verfügbarkeitsproblematik begegnen, und welche Rolle spielt dabei eine Kooperation mit Ländern mit grösserem Beschaffungsspielraum?
• Auf welcher Grundlage würde der Bundesrat die Option eines Teiltransfers an ein solches Land – im Gegenzug für eine Entlastung des Beschaffungskredits – verwerfen? Welche Länder kämen in Frage?
• Welche Fristen, insbesondere die bis Mitte 2027 zu meldende definitive Stückzahl, begrenzen das Zeitfenster für diese Prüfung, und bis wann erstattet der Bundesrat dem Parlament Bericht?
Begründung
Trotz Stückzahlreduktion auf rund 30 Jets steigen die Kosten weiter. US-Berichte zeigen, dass oft nur rund ein Drittel der F-35-Flotte voll einsatzbereit ist – deutlich weniger als bei etablierten Mustern wie dem Eurofighter. Eine Reduktion der Stückzahl wirkt sich daher bei der F-35 überdurchschnittlich stark auf die effektiv verfügbare Flotte aus. Ein Third Party Transfer eines Teils der Bestellung an ein F-35-Partnerland mit grösserem finanziellem Spielraum und aufgrund grösserer Nähe zu Russland einen dringenderen Bedarf hat, könnte diesen Zielkonflikt entschärfen. Ein Präzedenzfall für die Machbarkeit solcher Transfers bereits gelieferter US-Kampfjets besteht mit der Weitergabe von F-16 europäischer NATO-Staaten an die Ukraine. Bei einer erneuten Schweizer Evaluation könnten die Anforderungen etwas entschlackt werden und zudem die effektive Verfügbarkeit im Betrieb stärker berücksichtigt werden.
Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 26.10.2026. Rohdaten
Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.
