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Online-Krankenkassenwechsel: Wettbewerb stärken und administrativen Aufwand senken

eingereicht am 01.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (01.10.2026)

Recht AllgemeinWirtschaftMedien und KommunikationGesundheit

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Der Bundesrat wird beauftragt, die rechtlichen Grundlagen so anzupassen, dass die Versicherten den Anbieter in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vollständig digital und medienbruchfrei wechseln können. Alle Krankenversicherer sollen dazu verpflichtet werden, einen einfachen und einheitlichen Online-Wechsel anzubieten, der auch die Kündigung der bisherigen Versicherung einschliesst.

Die Krankenkassenprämien steigen Jahr für Jahr, für 2026 im Schnitt um 4,4 Prozent. Obwohl die Leistungen der Grundversicherung bei allen Kassen gesetzlich identisch sind, unterscheiden sich die Prämien für dieselbe Deckung erheblich. Dennoch wechselt nur ein kleiner Teil der Versicherten: Gemäss dem Bundesamt für Statistik waren es Ende 2023 rund 8,4 Prozent. Für 2026 schätzt Comparis die Wechselquote ebenfalls auf rund 8 Prozent.

Diese tiefe Wechselquote hat einen hohen Preis. Weil viele bei einer teureren Kasse verbleiben, zahlen sie für eine quasi-identische Leistung mehr als nötig. Der Vergleichsdienst Moneyland beziffert das theoretische Sparpotenzial für 2024 auf rund 4 Milliarden Franken, wenn alle Versicherten bei gleichem Versicherungsmodell zur jeweils günstigsten Kasse wechseln würden.

Für viele ist der Aufwand und die Komplexität eine signifikante Hürde für einen Krankenkassenwechsel. Die Kündigung der bisherigen Grundversicherung muss in der Regel schriftlich und unterschrieben erfolgen und fristgerecht bei der Kasse eintreffen. Empfohlen wird der Versand per Einschreiben, und einzelne Kassen akzeptieren keine Kündigung per E-Mail.

Ein einfacher, vollständig digitaler Wechsel senkt diese Hürde und stärkt den Wettbewerb: Je leichter Versicherte die Kasse wechseln können, desto grösser ist der Druck auf die Anbieter, günstige Prämien und guten Service zu bieten.

Die Möglichkeit für einen digitalen Krankenkassenwechsel reduziert den administrativen Aufwand der Versicherten. Und als konkreter, alltagsnaher Anwendungsfall stärkt er das Vertrauen der Bevölkerung in die neue elektronische Identität.

Die zentrale Grundlage für einen sicheren digitalen Wechsel wurde mit der E-ID bereits geschaffen, die ab Ende 2026 zur Verfügung steht und die bisher nötige handschriftliche Unterschrift ersetzen kann.

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 28.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.