Parlament / Geschäfte / 26.4584

26.4584InterpellationEFDoffen

Den Zugang zu Bargeld sicherstellen – «Geldautomatenwüsten» vermeiden

eingereicht am 02.10.2026 in der Herbstsession 2026Erstrat: NationalratEingereicht (02.10.2026)

WirtschaftFinanzwesenMedien und Kommunikation

Die Beschlüsse der Räte und Kommissionen, im Wortlaut der Parlamentsdienste.

Noch kein Beschluss eines Rates oder einer Kommission.

Anlässlich der Volksabstimmung vom 8. März 2026 hat das Schweizervolk deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Zugang zu Bargeld auch in Zukunft eine Priorität bleiben soll. Leider muss man feststellen, dass sowohl die Banken als auch die Post ihr Filialnetz zunehmend verkleinern und sich aus ländlichen Gebieten zurückziehen. Geldautomaten – sei es von Banken oder der Post – werden als Alternative dargestellt, doch auch ihre Zahl nimmt stetig ab. Zwischen 2018 und 2024 sank die Zahl der Geldautomaten von etwa 7200 auf rund 6000. In vielen Gemeinden, insbesondere in ländlichen Gebieten, ist es daher nicht mehr möglich, Bargeld abzuheben, was zur Entstehung von «Geldautomatenwüsten» führt. Die von Dritten betriebenen Postagenturen können diese Lücke nur in begrenztem Umfang schliessen, da in diesen Agenturen die Bargeldabhebung eingeschränkt ist. Dass keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Bezug von Bargeld bestehen, sorgt bei der lokalen Bevölkerung, Touristinnen und Touristen und der Wirtschaft für Unzufriedenheit. Ein vom Bundesrat initiierter Runder Tisch zwischen den Banken und der Schweizer Post soll laut gewissen Informationen gescheitert sein. Einige Gemeinden haben inzwischen beschlossen, selbst Geldautomaten aufzustellen, obwohl dies nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört.

In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:

· Stimmt es, dass die Diskussion am runden Tisch zum Thema Bargeld gescheitert ist, und was sind die Gründe dafür?

· Wie steht der Bundesrat zum sogenannten «Pooling»-Modell, das am runden Tisch diskutiert wurde und das es ermöglichen würde, die Kräfte der Banken und der Post bei der Bargeldversorgung zu bündeln? Wäre ein gemeinsamer Auftrag im Bereich der Infrastruktur nach Ansicht des Bundesrats ein gangbarer Weg?

· Ist der Bundesrat bereit, ein solches Modell in Zusammenarbeit mit den Kantonen weiterzuverfolgen?

· Sollte man andernfalls andere Modelle in Betracht ziehen, beispielsweise einen Auftrag an die Post zum Betrieb eines landesweiten Netzes von Geldautomaten, eine Überarbeitung der Möglichkeiten zur Bargeldabhebung in den Agenturen oder eine öffentliche Ausschreibung mit entsprechender Vergütung?

Quelle: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, abgerufen am 28.10.2026. Rohdaten

Keine amtliche Veröffentlichung. Namen, Zahlen und die Texte der Abstimmungen stehen unverändert so, wie die Parlamentsdienste sie veröffentlichen.