Die EU führt ein Energielabel für Rechenzentren ein. Verpasst die Schweiz den Anschluss?
подано 01.10.2026 на сесії «Herbstsession 2026»Перша палата: Національна радаEingereicht (01.10.2026)
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Am 21. September 2026 hat die Europäische Kommission ein einheitliches Bewertungssystem für Rechenzentren ab 500 kW verabschiedet (Link). Die Verordnung liegt in der zweimonatigen Prüffrist bei Parlament und Rat. Bewertet werden auf einer Skala von A bis G der Energie- und Wasserverbrauch sowie der Beitrag ans Stromnetz, namentlich Abwärmenutzung, Zubau sauberer Stromerzeugung und Flexibilität. Die ersten Labels werden 2027 erwartet. Das System baut auf der Energieeffizienzrichtlinie (EU) 2023/1791 auf, die bereits eine jährliche Meldepflicht ab 500 kW und ab 1 MW eine grundsätzliche Pflicht zur Abwärmenutzung kennt.
Auch in der Schweiz wächst der Energiebedarf der Rechenzentren stark, insbesondere wegen künstlicher Intelligenz. Gemäss dem Bundesamt für Energie verbrauchten sie 2024 rund 2,1 TWh Strom oder 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs. Das ungenutzte Effizienzpotenzial beträgt rund 0,8 TWh, fast 38 Prozent ihres Verbrauchs. Der Sommer 2026 war der heisseste seit Messbeginn. Hohe Aussentemperaturen erhöhen den Kühlbedarf und damit den Stromverbrauch. Ein staatliches oder mit der EU vergleichbares Instrument kennt die Schweiz nicht.
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
• Verfolgt der Bundesrat das EU-Label und die laufende Konsultation zu verbindlichen Mindeststandards? Wie beurteilt er die Auswirkungen auf den Rechenzentrums- und Cloud-Standort Schweiz?
• Ist er bereit zu prüfen, wie die Schweiz sich dem EU-Schema anschliessen, eine gegenseitige Anerkennung erreichen oder ein gleichwertiges Instrument schaffen kann?
• Welche Chancen und Risiken sieht er, wenn die Schweiz das EU-Schema nicht übernimmt, etwa wenn ausländische Rechenzentrumsprojekte, welche die künftigen EU-Mindeststandards nicht erfüllen, hierhin ausweichen und Strom, Netzkapazität und Wasser beanspruchen?
• Wer trägt die Kosten, wenn solche Projekte grosse Netzanschlüsse bestellen und Netzverstärkungen nötig machen? Wie beurteilt er ihre Wertschöpfung, namentlich bei Steuern und Arbeitsplätzen?
• Wie schätzt er das Risiko ein, dass Schweizer Anbieter, die alle energetischen Kriterien erfüllen, ausländische Daten nicht mehr hosten können, allein weil die regulatorische Gleichwertigkeit fehlt?
• Welche Stelle im Bund beobachtet diese Entwicklungen federführend, und wie stellt er sicher, dass die Schweiz nicht erst reagiert, wenn das EU-Label Tatsache ist?
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Джерело: Parlamentsdienste der Bundesversammlung, Bern, дата звернення: 21.10.2026. Необроблені дані
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