Der Kernzweck der Initiative – weniger Stopfmast – gehört als eigener Wirkungspunkt auf die Liste, samt der offenen Frage, wie viel davon durch Verlagerung auf andere Märkte kompensiert wird.
Initiative populaire fédérale 'Oui à l’interdiction d’importer du foie gras (initiative foie gras)' / Effets / Wegfall der schweizerischen Nachfrage nach stopfgemästeten Entenlebern und Gänsemästen im Ausland
Tierwohl
Wegfall der schweizerischen Nachfrage nach stopfgemästeten Entenlebern und Gänsemästen im Ausland
Die Stopfmast ist in der Schweiz seit Inkrafttreten des Tierschutzgesetzes verboten (Verbot der Zwangsfütterung), konsumiert wird Stopfleber aber über Importe. Ein Importverbot liesse die schweizerische Nachfrage entfallen; nach der Aussenhandelsstatistik des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit liegen die jährlichen Einfuhren von Gänse- und Entenlebern im Bereich einiger hundert Tonnen. Der Tierwohlgewinn fällt ausschliesslich im Ausland an und hängt davon ab, ob die entfallende Menge von anderen Absatzmärkten aufgenommen wird; wegen des geringen Anteils der Schweiz an der weltweiten Stopfleberproduktion ist ein Mengeneffekt auf die Gesamtproduktion unsicher.
Uniquement en allemand
Objections et arguments de l'expert · 6 · Dernière expertise 01.10.2026.
Die Kodierung passt nicht zum Inhalt: Als Geografie ist CH eingetragen, obwohl der Tierwohlgewinn ausdrücklich ausschliesslich im Ausland anfällt; der impact_type OTHER ist gegenüber den übrigen Einträgen nicht begründet. Zudem wäre die aussagekräftige Grösse die Zahl betroffener Tiere pro Jahr, nicht die Tonnage – diese Umrechnung fehlt, obwohl sie aus Menge und mittlerem Lebergewicht ableitbar wäre.
Der Verlagerungseinwand relativiert jedes Nachfrageverbot und darf nicht nur hier angebracht werden: Auch ein vollständig kompensierter Absatz senkt den Preis für die Erzeuger und damit den Anreiz zur Stopfmast. Ausserdem wirkt die Schweiz als zahlungskräftiger Hochpreismarkt überproportional auf die Erzeugerrendite – dieser Preis- statt Mengenkanal fehlt in der Beschreibung.
Die schweizerische Einfuhr ist gegenüber der französischen Jahresproduktion ein Bruchteil; ein Produktionsrückgang im Ausland ist deshalb nicht plausibel messbar. Der Impact sollte die Relation Schweizer Einfuhr zu Produktion der Hauptherkunftsländer ausweisen, statt den Effekt nur als «unsicher» zu bezeichnen.
Die Richtung DECREASE bezieht sich auf die Nachfrage, der Eintrag ist aber unter «Tierwohl» geführt, wo die erwartete Wirkung eine Verbesserung wäre. In der Liste steht damit ein Tierwohlgewinn mit dem Vorzeichen eines Rückgangs – gegenüber den übrigen Einträgen inkonsistent und für Leserinnen irreführend.
Der Absatzkanal für hochpreisige Foie gras ist international breit; neben der EU bestehen kaufkräftige Märkte in Ostasien und am Golf. Dass eine Menge im Bereich weniger hundert Tonnen dort aufgenommen wird, ist der wahrscheinlichere Fall, nicht der Grenzfall. Der Eintrag sollte diese Absatzalternativen benennen, statt die Verlagerung nur als «unsicher» zu führen.
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